Die Hero4 Silver ist die erste GoPro mit integriertem Display

© David Kotrba

Produkte
12/15/2014

GoPro Hero4 Silver im Test: Display hilft enorm

Die GoPro Hero4 Silver überzeugt im futurezone-Test durch Bedienkomfort und Bildqualität. Lediglich 4K-Aufnahmen und die Akkuleistung sind schwach.

Mit der Ende September präsentierten GoPro Hero4 Silver hat der weltweit erfolgreichste Hersteller von Actionkameras sein erstes Modell mit integriertem Display vorgestellt. Obwohl nur Nummer zwei der GoPro-Hierarchie (hinter der Black Edition) wird die Hero4 Silver von vielen Produkttestern als heimlicher Favorit bezeichnet. Die futurezone hat das Gerät unter anderem auf einer Safari in Tansania getestet.

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Ausstattung

Die GoPro Hero4 Silver ist mit ihren Ausmaßen von 4 mal 5,7 mal 2,8 Zentimetern genauso groß wie die GoPro Hero3+ und sieht auch genauso aus, bis auf ein wichtiges Detail: Das 1,5 Zoll große Touchdisplay auf der Rückseite. Im Normalfall wird die Kamera in einem GoPro-Kameragehäuse aus durchsichtigem Plastik verstaut. Wegen des Displays liefert der Hersteller drei Heckklappen für das Kamera-Gehäuse mit: Eine vollständig geschlossene, eine mit Touch-Membran (als Staubschutz) und eine offene, die das Display einrahmt, die Kamera ansonsten aber festhält.

Neben dem Farbdisplay auf der Rückseite enthält die Hero4 Silver auch das GoPro-typische Monochrom-Display, das die gewählten Aufnahme-Einstellungen anzeigt, auf der Vorderseite.

Der Sensor der Kamera nimmt Videos mit einer maximalen Auflösung von 3.840 mal 2.160 Pixeln (4K) auf, da allerdings nur mit einer Rate von 12,5 Bildern pro Sekunde (PAL). Mit der minimalen Auflösung von 848 mal 480 Pixeln (WVGA) sind 240 Bilder pro Sekunde möglich. Standbilder können mit 5, 7 oder 12 Megapixel aufgenommen werden. Gespeichert wird auf einer microSD-Karte. Diese ist über eine seitliche Klappe zugänglich, die außerdem einen microHDMI und einen microUSB-Anschluss enthält.

Drahtlos kann die Kamera mittels WLAN oder Bluetooth mit Mobilgeräten plus GoPro-App oder der GoPro-Fernbedienung verbunden werden. Motorisiert wird das Gerät durch einen 1.160 mAh Lithium-Ionen-Akku.

Praxiserfahrung

Im Einsatz wird eine GoPro-Actioncam üblicherweise mittels der drei Tasten bedient, die vorne, oben und seitlich an der Kamera angebracht und auch am Gehäuse zu bedienen sind. Wer die rohe Kamera in der Hand hält, hat bei der Hero4 Silver durch das Touchdisplay einen klaren Bedienungs-Vorteil. Nachdem man dieses durch einen Slide-Mechanismus freigeschaltet hat, navigiert man wie auf einem Smartphone durch die Menüs.

Die einzelnen Menüpunkte und Auswahlflächen sind angenehm groß gestaltet, sodass man auf dem kleinen Display keine Präzisionsprobleme hat. Die Navigation läuft flüssig. Verhindert die vollständig geschlossene Heckklappe die Finger-Bedienung, sind auch über die üblichen Druckknöpfe alle Menüs zugänglich. Bei manchen Einstellungen (etwa den vielfältigen Video-Auflösungsstufen) braucht man per Knopf-Bedienung klarerweise ein wenig länger.

Das Display schaltet sich nach einigen Sekunden Aufnahmezeit ab. Wer es früher deaktivieren möchte, findet links unten neben dem Display einen Knopf dafür, der jedoch durch die geschlossene Heckabdeckung nicht mehr zugänglich ist.

Bildqualität

Bei der Bildqualität kann GoPro im Actioncam-Segment derzeit kaum jemand etwas vormachen. Farben, Schärfe, Helligkeit - alles bestens. Die 4K-Option ist durch seine lediglich 12,5 Bilder pro Sekunde (fps) relativ unbrauchbar. Mit 2,7K (2.704 x 1.520 Pixel) schafft die Kamera 25 fps. Für ruckelfreie Aufnahmen benötigt man mindestens 24 fps.

Bei FullHD (1.920 x 1.080 Pixel) kann man zwischen 24, 25, 48 und 50 fps wählen. Außerdem steht bei FullHD auch die größte Variation an wählbaren Bildwinkeln zur Verfügung. Hier kann man zwischen Ultra Wide, Medium und Narrow entscheiden.

Gerade für Aufnahmen während einer Safari, etwa Löwen, die einige Meter vom eigenen Standort entfernt stehen, sind die Medium- und Narrow-Optionen sehr hilfreich. Für Action aus der Ego-Perspektive eignet sich freilich Ultra Wide am besten. Hier braucht man sich nicht um den Bildausschnitt zu kümmern. Die Kamera deckt einen Winkel von 170 Grad vor dem Objektiv ab.

Profi-Einstellungen

Neben den grundlegenden Video-Einstellungen bietet die GoPro Hero4 auch einige Funktionen, die man eher von professionellen Videokameras als von einer Actioncam erwartet. Bei der Spot-Meter-Funktion wird die Helligkeit an den Bildmittelpunkt anstatt den gesamten Bildbereich angepasst. Damit sollen etwa Aufnahmen aus einem dunklen Auto heraus verbessert werden. Aber auch in der Variante ohne Spot-Meter gelangen Aufnahmen aus einem Geländewagen heraus im Test hervorragend.

Mit der ProTune-Funktion können Weißabgleich, ISO-Beschränkung, Belichtungskorrektur oder Schärfe vor der Aufnahme manuell festgelegt werden. Unter den Foto-Optionen befindet sich auch eine Zeitrafferfunktion für Foto-Aufnahmen in einem festgelegten Intervall. Um in der Nacht zu fotografieren oder Zeitraffer-Aufnahmen anzufertigen, wählt man die Optionen Night Photo und Night Lapse.

Schwächen

Fotografieren zählt nicht zu den größten Stärken der GoPro. Bei wenig Licht und ohne Night Photo verschwimmen die Aufnahmen schon mal oder werden wegen automatisch erhöhter Lichtempfindlichkeit ziemlich körnig.

Bei der Video-Aufnahme fällt je nach verwendeter Auflösung und Bildrate auf, dass die Kamera ziemlich heiß werden kann. Selbst nach beendeter Aufnahme kann es vorkommen, dass insbesondere das Objektiv beziehungsweise deren Plastik-Abdeckung so heiß wird, dass man sie kaum angreifen kann. Schaltet man die Kamera ab, kühlt die Kamera wieder ab. Die Hitzeentwicklung ist ein bekanntes Phänomen bei GoPro-Kameras. Sorgen um die eigene Gesundheit muss man sich deswegen keine machen. Lediglich Sorgen um den Akku.

Der Akku präsentierte sich im Test als die große Schwachstelle der Kamera. Obwohl die Integration des Displays angeblich keine großen Kapazitätsverluste zur Folge hat, hält der Akku nicht besonders lange durch. Eine fünfminütige Aufnahme reicht, um den Ladestand am Display von drei auf zwei Striche zu reduzieren. Nach ungefähr 20 Minuten Aufnahmezeit ist der Akku leer. An einem Safaritag ohne Auflademöglichkeit zwischendurch muss man sich die Aufnahmezeiten schon genau einteilen.

Fazit und Preis

Für Menschen, die ihre Actioncam mit Komfort bedienen wollen und es mögen, wenn sie sich ihre aufgenommenen Szenen auch gleich ansehen können, ist die GoPro Hero4 Silver eine hervorragende Wahl. Die Kamera vereint gewohnte Stärken von GoPro, wie Bildqualität, Optionen- und Adaptervielfalt, mit einem neuen Touchdisplay.

Für den Bedienkomfort muss man derzeit noch einige wenige Einschränkungen in Kauf nehmen, die bei der nächsten GoPro-Generation wahrscheinlich verbessert sein werden. Darunter fällt eine "echte" 4K-Option (mit angemessener Bildrate) und eine längere Akkulaufzeit. Auch wenn GoPro-Nutzer die nachträgliche Bildstabilisierung durch Software am Computer gewohnt sind, wäre auch eine optische Funktion gegen Verwackeln keine schlechte Idee.

Direkt vom Hersteller bezogen, kostet die GoPro Hero4 Silver 379,99 Euro. Die Kamera ist damit um 100 Euro günstiger als die Hero4 Black, bei der man auf ein Display verzichten muss, dafür aber in 4K mit 30 fps filmen kann. Die günstigste GoPro der Vierer-Serie ist die Hero (früher White genannt, jetzt einfach ohne Zahl) um 124,99 Euro. Bei diesem Modell muss man sowohl auf das Display als auch auf jede höhere Auflösung als FullHD (30 fps) verzichten.

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