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13.02.2012

Prospekte: Marktguru kämpft gegen Papierflut

Angebote und Aktionen per Mausklick finden und der Umwelt dabei etwas Gutes tun, das verspricht das Wiener Start-up Marktguru.at. Schnäppchenjägern werden alle Prospekte, die sonst den Postkasten überfüllen, übersichtlich im Netz präsentiert. Die futurezone hat das Jungunternehmer-Duo Patrick Dainese und Thomas Kern über die Idee hinter Marktguru befragt.

“Alle Angebote auf einen B(K)lick” lautet der Werbeslogan des Wiener Start-ups Marktguru.at. Die Plattform, die vor wenigen Wochen startete, stellt all jene Werbeprospekte, die üblicherweise im Postkasten und infolge im Müll landen, tagesaktuell online zur Verfügung. Das soll Konsumenten einerseits den Vorteil bringen, jederzeit und von überall Zugriff auf aktuelle Angebote im persönlichen Umfeld zu haben - “egal ob man Bier und Chips für die nächste Party, Computerzubehör oder eine Packung Taschentücher und Shampoo kaufen will”, sagt Patrick Dainese, einer der beiden Gründer von Marktguru.

Gleichzeitig können die Aktionen der Einzelhändler auch einfacher miteinander verglichen werden und die Nutzer wissen sofort, wo sie einen bestimmten Artikel am günstigsten erhalten können. “Wir bieten eine Einzelproduktsuche, über die man Angebote vergleichen kann. Nutzer können aber auch einfach die digitalen Prospekte durchblättern und darin schmökern”, so Dainese.

Die Navigation auf der Seite erfolgt über eine Leiste mit verschiedenen Menüpunkten, die auf einzelne Produktkategorien verweisen, beispielsweise “Baumärkte”, “Möbelhäuser” oder “Supermärkte”. Allen voran können die aktuellsten Prospekte abgefragt werden. Zusätzlich können auch einzelne Anbieter direkt ausgewählt und in deren Angeboten geblättert und gesucht werden.

Der Umwelt zuliebe
Einen großen Teil der Idee hinter Marktguru macht laut den beiden Jungunternehmern auch deren ausgeprägtes Umweltbewusstsein aus. “Es ist immens, welche Mengen an Papier in Form von Prospekten jede Woche in den Briefkästen landen”, sagt Dainese. Das sei nicht notwendig, daher mache man auch mit speziellen Aktionen darauf aufmerksam. So werden etwa Marktguru-Aufkleber verteilt bzw. zur Bestellung angeboten, die an den Postkasten geklebt werden können, um kein unnötiges Werbematerial mehr zu erhalten. Marktguru spendet im Gegenzug für jeweils fünf Sticker einen Baum über die Organisation Plant for the Planet. Dasselbe versprechen die Plattformbetreiber für das Fan-Werden bzw. Folgen auf Facebook und Twitter.

Der Idee von Marktguru nähern sich auch andere, ähnliche Plattformen, die digitale Prospekte bieten und der Papierflut im Alltag beikommen wollen. So kann man sich auch auf Seiten wie aktionsfinder.at und meinkauf.at über aktuelle Angebote informieren. “Was uns allerdings von anderen Plattformen unterscheidet, ist die Möglichkeit, dass User die Angebote und Produkte aus allen Branchen auch einzeln aufgelistet finden”, erklärt Dainese. “Eine andere nützliche Funktion, die eigentlich ausschlaggebend für das Projekt war, ist, dass man sich bei Marktguru persönliche Benachrichtigungen für einzelne Angebote definieren kann”, so Dainese weiter. “Ich werde dann also endlich ein Mail bekommen wenn ‘meine’ Rasierklingen im Angebot sind.”

Kooperation mit Händlern
Nicht nur den Konsumenten will das Start-up etwas bieten. Für Einzelhändler will sich Marktguru als Partner in Sachen Online-Marketing etablieren. “Nutzer fragen bei uns aktiv Prospekte und Angebote ab, so entstehen auch große Mengen an anonymisierten Marktforschungsdaten”, sagt Thomas Kern. Damit wolle man den Firmen die Möglichkeit bieten, zielgruppenorientierte Werbekampagnen zu schalten. Die Flugblattindustrie sei in Österreich um die 350 Millionen Euro schwer und der Handel habe weder quantitative noch qualitative Zahlen, welche Produkte oder Prospekte angesehen werden. “Bei uns ist das werben hingegen viel effizienter, billiger und Zielgruppen-spezifischer”, ergänzt Dainese.

“Wir glauben nicht, dass durch Plattformen wie unsere das Prospekt aussterben wird, im Gegenteil, das Prospekt ist bei uns das zentrale Medium”. meint Dainese. Aber es werde sich alles viel mehr ins Web und in den mobilen Bereich verschieben. “Da sind wir dann natürlich die erste Anlaufstelle für interessierte User und daher auch für den Handel, der stetig seine Reichweite erhöhen will und muss.” Derzeit befinden sich die Plattform-Betreiber mit diversen Handelspartnern aus den jeweiligen Branchen in Gesprächen über mögliche Content-Partnernschafen.

Pläne und Community
In März wird Marktguru auch mit Applikationen für Smartphones starten. Zunächst soll es eine Android-App der Plattform geben, über die die Nutzer dann auch unterwegs mobil auf die digitalen Prospekte zugreifen können.

Darüber hinaus hat sich die Plattform zum Ziel gesetzt, möglichst nah an ihren Usern zu operieren, wie die beiden Jungunternehmen betonen. Auf der Webseite werden die Besucher dazu aufgefordert, laufend Feedback zu geben, aber auch Ideen und Wünsche zu neuen Funktionen zu übermitteln. “Jede Idee oder Anfrage wird unmittelbar und direkt beantwortet”, sagt Dainese.