Samsung Crystal Blue
© Samsung

Smarte Waschmaschine

Samsung Crystal Blue im Test: Waschgang per WLAN

Wäsche waschen gehört, so wie das Bügeln, zu den eher unangenehmen Arbeiten im Haushalt, obwohl genau genommen die Arbeit die Maschine übernimmt. Das Mühsame ist doch eigentlich das Sortieren der Wäsche davor, das Aufhängen danach, gefolgt vom Wegräumen und bügeln. Dazwischen kommt der automatisierte Teil: Man steckt das schmutzige Gewand in eine Trommel, gibt Waschmittel dazu, schaltet das entsprechende Programm ein.

Waschen kann auch die Crystal Blue von Samsung, aber gleich beim Auspacken sieht man, dass das Gerät mit der Produktbezeichnung WW9000 eine besondere Waschmaschine ist. Das Bullauge ist riesig (52 cm Durchmesser) und leuchtet blau. Dieses Trommellicht genannte Designelement kann auf Wunsch auch deaktiviert werden. Auffällig ist das 5-Zoll-Display (12,7 cm) oberhalb des Bullauges, über das sich die Crystal Blue steuern lässt. Ein bunter Touchscreen.

"Junge Mütter" und "Globetrotter"

Beim Einschalten ertönt eine Melodie und das Display wird aktiviert. Per Fingertipper und Wischen navigiert man durch das Menü und kann unter den verschiedenen Programmen wählen. Es gibt auch spezielle „Fleckenreinigungs-Programme“ – für Gärtner, Chefköche, Globetrotter oder junge Mütter – zur Auswahl. Praktisch ist auch die automatische Waschmittel-Dosierung. Im unteren Teil der Bullaugen-Öffnung ist ein Tank eingebaut, der herausgezogen und mit Flüssigwaschmittel und Weichspüler befüllt werden kann.

Was die Crystal Blue zu etwas Besonderem machen soll, ist eine integrierte WLAN-Funktion. Die Waschmaschine kann ans Internet angeschlossen und mit einer App gesteuert werden. Wozu braucht man das? Diese Frage wurde auch in der Redaktion diskutiert. Jene, die sich mit Wäsche auskennen, können der Web-Waschmaschine durchaus etwas abgewinnen.

Display-Information: Waschprogramme

App

Zuerst wird die Waschmaschine ans Heimnetzwerk angeschlossen. Einfach Netzwerk auf „Ein“, Heimnetz auswählen, fertig. Um die Crystal Blue steuern zu können, benötigt man die App „Samsung Smart Washer/Dryer“ aus Googles Play Store. Laut Bedienungsanleitung ist eigentlich eine andere App vorgesehen, die aber in Österreich nicht verfügbar ist. Das ist schade, da mit der „Smart Home“-App gleich mehrere Samsung-Produkte gesteuert werden könnten – von Kühlschränken über Klimaanlagen bis zu Staubsaugrobotern und Lampen.

Nach der üblichen Registrierungs-Prozedur kann man die Crystal Blue steuern – im Test wurde ein Samsung Galaxy Note 3 verwendet. Alles was man machen muss, ist App öffnen, Waschzeit auswählen – fertig. Auch die Programme, Temperatur, Schleudertouren, Spülungen etc. lassen sich per App einstellen, auf der man verfolgen kann, wie weit der Waschgang fortgeschritten ist. Ist das Waschprogramm beendet, wird dies durch eine Melodie akustisch signalisiert.

Fazit

Wozu braucht man das? Man kann einen Waschgang so programmieren, dass die Wäsche fertig gewaschen ist, wenn man nach Hause kommt. Für Nicht-Wäscher und Nicht-Bügler: Liegt gewaschene Kleidung zu lange in der Waschmaschine, ist sie zerdrückt und lässt sich schwerer bügeln.

Freilich funktioniert die Crystal Blue auch ohne WLAN und App. So weit man das als „Haushaltslaie“ beurteilen kann, wäscht sie sehr sauber und dank Touchscreen ist die Bedienung intuitiv. Und die automatische Waschmittel-Dosierung ist sowieso praktisch. Der größte „Nachteil“ der Crystal Blue: Mit 1999 Euro ist sie relativ teuer.

Anfang 2013 stellte Samsung auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas vernetzte Weißware vor. Die „Smart Home“-App soll künftig für Samsung-Produkte, von Kühlschränken über Klimaanlagen bis zu Staubsaugrobotern und Lampen, verwendet werden. Das ist auch ein Indiz dafür, dass der koreanische Hersteller auf der in Kürze noch mehr vernetzte Haushaltsgeräte vorstellen wird.

Funktioniert die Samsung-App nur bei Samsung-Produkten, hat die BSH-Gruppe (Bosch und Siemens Hausgeräte) bereits bei der Funkausstellung in Berlin die weltweit erste Lösung präsentiert, mit der verschiedene Hausgeräte unterschiedlicher Marken mit nur einer App gesteuert werden können. Die App wird gleichzeitig mit den ersten Bosch- und Siemens-Geräten gelauncht, die mit dem neuen „Home-Connect“-System ausgestattet sind. Home Connect ist als offene Plattform konzipiert, weil 90 Prozent der Haushalte über Hausgeräte von mehr als einer Marke verfügen.

Ein Vorreiter bei der Haushaltsgeräte-Vernetzung ist Miele mit dem System „Con@ctivity“. Kürzlich wurde Con@ctivity 2.0 bei einer Herd-Dunstabzugskombination vorgestellt. Das Kochfeld ist mit der Haube über Funk verbunden. Die Saugleistung wird an das Geschehen auf dem Kochfeld angepasst.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Kommentare