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17.04.2014

Sein eigener DJ werden mit djay2

Dutzende DJ-Apps erobern die heimischen App-Stores. An vorderster Front befindet sich auch die vielfach ausgezeichnete Software „djay“ des deutschen Entwicklers algoriddim.

Wer schon einmal mit dem Gedanken gespielt hat, sich als DJ zu versuchen, wird spätestens bei der Suche nach dementsprechender Hardware auf ein ernüchterndes Faktum stoßen: Auch hier hat Hardware ihren Preis. Rund 400 Euro sollte man mindestens als Budget für ein etwas hochwertigeres Einstiegsmodell (Pioneer) einrechnen.

Als Alternative können hierbei die zahlreichen DJ-Apps dienen. Die futurezone hat die laut Hersteller algoriddim beliebteste DJ-App für iOS, „djay 2“, am iPad Air getestet. Für deren Realisierung kooperierte man sogar mit so namhaften DJs und Produzenten wie David Guetta und Snoop Dogg.

Übersichtliches Interface

Hat man die App einmal geöffnet, erwartet den User ein aufgeräumtes DJ Interface mit zwei Sets bei Positionierung des iPads im Querformat und ein Set im Hochformat. Wichtige Funktionen wie beispielsweise die zwei separaten Regler für die Tempi samt Sync-Option sind direkt über das Maininterface bedienbar.

Im oberen Viertel des Bildschirmes werden Tonart, Recording-Funktion sowie eine Übersicht des ausgewählten Tracks mit Zeitangabe angezeigt. Möchte man das Effekt-Menü aufrufen, muss man dies erst über eine Schaltfläche aktivieren.

Variation an Effekten

Neben dem standardmäßig integrierten Equalizer finden sich sechs sogenannte „Instant“-Effekte, die nur bei Gedrückthalten der Schaltflächen aktiviert werden sowie weitere fünf reguläre Effekte, darunter Flanger, Phaser, Bit Crusher, Gate und Echo. Diese können in weiterer Folge durch Fingerwischen in einem Raster je nach Belieben intensiviert oder speziell auf Hoch- oder Tieftöne angewandt werden.

"djay 2" in Action

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Klassisch wie am echten DJ-Mischpult darf natürlich auch die Loop-Funktion nicht fehlen. Diese ist bei „ djay 2“ im Direktvergleich mit der Traktor-DJ App deutlich professioneller, übersichtlicher und anwenderfreundlicher umgesetzt worden. Cue-Points zu setzen, also Fixpunkte im Song, die in den Metadaten gespeichert werden, sind ebenfalls kein Problem für „djay 2“.

Klickt man auf das Würfel-Symbol in der Mitte des Hauptinterfaces, gelangt zu einem Interface mit Soundeffekten, die vom Benutzer selbst modifiziert sowie programmiert werden können. Darunter finden sich unter anderem Loops und Sounds von US-Rapper und Produzent Snoop Dogg.

Automix-Funktion

Dank der integrierten Automix-Funktion mixt die App selbst auf Wunsch bereits in iTunes zusammengestellte Wiedergabelisten/ Playlists oder über die App programmierte „Queues“ (franz., Warteschlange). Die Art wie die Übergänge gemischt werden, kann vom Nutzer mit nur wenigen Klicks eingerichtet werden.

Fazit

Der Erfolg von „djay 2“ ist sicherlich nicht unbegründet, schließlich konnte die App im futurezone-Test mit einer stabilen, guten Performance und einem übersichtlichen, schlichten Design punkten. Im Test gab es weder Auffälligkeiten noch Abstürze.

Ein großer Pluspunkt ist die Bedienerfreundlichkeit, die es selbst Quereinsteigern relativ schnell ermöglicht, eigene Mixes zu erstellen.
Es bedarf anfangs zwar guter Übung und dem richtigen Händchen, mit der Automix-Funktion können jedoch auch Laien Partyplaylists in kürzester Zeit aufpeppen.

Die App hat zwar alles, was man sich für eine derartige DJ-App wünscht, arriviertere DJs werden nichtsdestotrotz früher oder später wohl in etwas kostspieligere DJ-Hardware investieren müssen. Außerdem gibt es zahlreiche Hardwaresets am Markt, die von „djay 2“ unterstützt werden.

djay 2“ ist als Mac-App (17,99 €) sowie für iPhone (1,79 €) und iPad (8,99 €) erhältlich. Zusätzlich stehen auch vom Funktionsumfang etwas eingeschränktere LE-Versionen für iPhone und iPad gratis zum Download bereit.