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11/27/2019

So schlägt sich der Tesla Cybertruck in Sachen Aerodynamik

Ein Luftfahrttechniker hat die Windschlüpfrigkeit des kantigen E-Autos getestet. Künftig gibt es eigene Skins für das Auto.

Der vergangenen Freitag vorgestellte und nun bereits mehr als 200.000 mal vorbestellte Tesla Cybertruck mag ja wie ein real gewordenes Teil aus "Blade Runner" aussehen, doch wie sinnvoll ist der kantige Look, wenn es um Aerodynamik geht? Dieser Frage ist der Luftfahrtingenieur Justin Martin nachgegangen. Er hat anhand der ersten Bilder des Cybertruck ein 3D-Modell konstruiert und dieses mit Computational Fluid Dynamics-Softwre (CFD) analysiert - einer Art virtueller Windtunnel. Grafiken seiner Simulation hat Martin auf Instagram gepostet.

Wenig Turbulenzen

Wie Electrek berichtet, stand das größte aerodynamische Fragezeichen hinter der scharfen Kante, welche den höchsten Punkt des Elektroautos bildet. Wie sich in der CFD-Simulation zeigt, wirkt sich diese Kante aber nur wenig störend auf die Windschlüpfrigkeit aus. Ein Strömungsabriss, wie er bei den meisten Pick-up-Trucks am Übergang von Fahrerkabine zur tiefer liegenden Ladefläche entsteht, kommt beim Cybertruck nicht vor.

Sog am Heck

Die größten Turbulenzen entstehen seitlich an den scharfen Kanten der A-Säule des Cybertruck. Die große Windschutzscheibe schiebt hier die Luftmassen zur Seite, an der Kante entstehen Luftwirbel. Laut Martin könnten diese Luftwirbel aber den Luftstrom über die Oberkante zusätzlich an die Karosserie drücken - was vorteilhaft ist. Bei der Windschlüpfrigkeit wollen Konstrukteure üblicherweise einen Luftstrom erzielen, der eng an der Oberfläche entlang fließt.

Die größten Barriere findet der Luftstrom am Cybertruck an der relativ senkrechten Fahrzeugfront vor. Am Heck entstehen dazu Luftwirbel, die einen Sogeffekt haben. Insgesamt scheint der Cybertruck aber relativ windschlüpfrig zu sein. Einen genauen cw-Wert (Strömungswiderstandskoeffizient) gibt Martin aber nicht an.

Hüllen zur Personalisierung

Aerodynamisch nicht unbedingt besser, aber bunter könnte der Cybertruck durch Skins werden. Wie Mashable berichtet, hat das Unternehmen dbrand - das auf Hüllen für Smartphones und Tablets spezialisiert ist, eine eigene Kollektion an Hüllen für den Cybertruck vorgestellt. "Das ist kein Scherz", beteuert dbrand auf Twitter.

Angeblich seien bereits über 30 verschiedene Designs entwickelt worden. Der Cybertruck soll damit etwa im Holz-Look daherkommen, oder in knalligem Rot mit Carbon-Intarsien. Ebenfalls im Programm: Fenster-Folien, die aussehen als wäre das Glas gesprungen - eine Anspielung auf ein kleines Missgeschick mit Stahlkugeln bei der Präsentation des Fahrzeugs.