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Streaming
04/12/2012

Spotify: Play-Knopf bringt Musik auf Webseiten

Analog zu YouTube-Videos sollen sich Spotify-Playlisten per HTML-Code künftig in Webseiten integrieren lassen. Der Musik-Streaming-Dienst erhofft sich damit eine weitere Verbreitung - denn um die angezeigten Songs abspielen zu können, muss sich der Nutzer bei Spotify registrieren und Software am Computer installieren.

von Jakob Steinschaden

Zum Betriebssystem für Musik im Netz werden - diesem Ziel versucht der schwedische Streaming-Dienst Spotify mit seinem neuen "Play-Button" näher zu kommen. Dieser erlaubt es, Spotify-Widgets auf externen Webseiten zu integrieren - ähnlich, wie man etwa ein YouTube-Video oder Facebooks Like-Button einbetten kann. Das Widget kann entweder einen einzelnen Song, ein Album, eine Tracklist (Top 10 eines Künstlers) oder eine Playlist (max. 80 Songs) anzeigen und steht in verschiedenen Größen zur Verfügung (siehe unten). In dem Widget kann man auf das nächste Lied schalten, im Song spulen, und die Ansicht (Liste bzw. Cover) wechseln.

"Das ist der beste Weg, Musik auf eine Webseite zu bringen", sagt Sten Garmark, Product Officer bei Spotify, im Gespräch mit der futurezone. Mit Hilfe eines Widget Creators kann man in wenigen Schritten den entsprechenden HTML-Code erstellen: Man kopiert sich die Spotify-URL aus dem Desktop-Programm (Rechtsklick auf einen Song, ein Album, einen Künstler oder eine Playlist) und setzt sie in den Widget Creator ein. Den in Sekunden erzeugten HTML-Code kopiert man dann an gewünschter Stelle in den Code seiner Webseite - etwa in einen Wordpress-Post. Das Widget wird dann als iFrame angezeigt.

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Nur für Spotify-Nutzer mit installierter Software
Anders als ein YouTube-Video kann die Spotify-Musik aber nur unter bestimmten Voraussetzungen abgespielt werden, wie ein erster futurezone-Test zeigte. Damit die Musik auch tatsächlich zu spielen beginnt, muss die Desktop-App von Spotify auf dem Computer installiert und aktiv sein. Zudem muss ein registrierter Nutzer angemeldet sein - wofür wiederum ein Facebook-Account notwendig ist. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, bleibt es still, und der Nutzer wird nach dem Klick auf den Play-Button aufgefodert, sich Spotify zu installieren und sich für den Dienst zu registrieren.

Trotz dieser Einschränkungen glaubt man bei Spotify, damit eine innovative neue Funktion anzubieten. "YouTube ist gut, um von Nutzern generierte Inhalte anzuzeigen, aber mit Spotify hat man das bessere Musik-Erlebnis", sagt Garmark. Video-Inhalte würden vom restlichen Content auf einer Seite ablenken, während ein Musik-Stream nebenbei laufen könne. "Die Nutzer werden so mehr Zeit auf der Webseite verbringen", stellt Garmark in Aussicht. Auch wenn die Webseite geschlossen wird, läuft die Musik weiter - schließlich kommt sie aus der Desktop-Software und nicht über die Webseite.

Interessant für Bands und Blogger
Zum Start hat Spotify eine Reihe an Partnern gewonnen, besonders hervorgehoben wird dabei das Blog-Netzwerk Tumblr: Dort  sollen sich Spotify-Widgets sehr simpel integrieren lassen können, wie es schon für den Dienst Soundcloud funktioniert. Erwartet wird auch, dass vor allem Band-Webseiten und Musik-Blogger auf die neuen Widgets setzen werden. Künstler (und ihre Plattenfirmen) würden jedenfalls gleich von den Streams profitieren, da sie an den Einnahmen der abgespielten Lieder beteiligt werden.

Weiters werden auch die Huffington Post sowie Online-Musikmagazine wie Intro.de, Visions.de oder Rolling Stone auf Spotifys Play Button setzen. Online-Medien wie Mashable, The Guardian oder The Independent sind ebenfalls mit von der Partie.

Aus Datenschutzsicht sind die Spotify-Widgets nicht unproblematisch, da sie Internet-Nutzer erkennen können - so wie etwa auch der Like-Button von Facebook. "Wir müssen die Nutzer identifizieren, etwa, ob jemand einen Account hat oder nicht", sagt Garmark. Natürlich werde man aber diese Daten sehr sorgsam behandeln und nicht an Dritte - gemeint sind etwa die Webseiten, die die Integration vornehmen - weitergeben.

Weiterhin ausständig
Zum Starttermin einer eigenständigen iPad-App wollte sich Garmark nicht äußern, genausowenig zu einem Web-Player auf der Webseite von Spotify.

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