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Navigation

TomTom: Neue Navis und GPS-Uhr

39 Prozent der Autofahrer nutzen laut einer aktuellen Studie von TomTom ein Portable Navigation Device (PND). Mit dem Smartphone navigieren hingegen lediglich neun Prozent der Anwender im Auto. Fix in das Auto integrierte Navigationssysteme werden laut der Studie von 13 Prozent genutzt, der Rest nutzt gar keine Navigation. Zwar steige die Zahl der Autos, die mit fixem System ausgeliefert werden, die tragbaren Geräte sind aber dennoch deutlich Marktführer. TomTom präsentierte am Mittwoch seine neuen Modelle.

Der Hersteller hat seine Go-Serie von Grund auf neu entworfen und will Anwender sowohl mit neuem Design als auch mit neuer Software überzeugen. Die Geräte haben einen magnetischen Standfuß und aktivieren sich automatisch, sobald man sie im Auto fixiert.

Karte im Zentrum
„Wir wollten die Karte wieder ins Herz des Systems rücken“, erklärt ein Konzernsprecher im Rahmen der Präsentation. Das Interface wurde dabei komplett neu überarbeitet und sieht nun deutlich moderner aus, als man es von den früheren TomTom-Geräten kennt.

Die Menüs sind teilweise halbtransparent, sodass man die Karte dadurch immer im Bild hat. Wenn man das Navigationsgerät startet, zeigt es automatisch die meist frequentierten Ziele an. In Sachen Funktionen hat sich bei dem Navigationsgerät wenig getan, die Hauptfunktion ist nach wie vor, den Fahrer von A nach B zu bringen, wie ein TomTom-Sprecher bei der Präsentation betonte.

Neue Software
Das Navigieren durch die Menüs läuft flüssiger ab, als bei früheren TomTom-Geräten. Die Bildschirmtastatur reagiert zufriedenstellend, ganz so flüssig wie man es etwa von Smartphones gewöhnt ist, läuft es allerdings nicht. In Sachen Software setzt TomTom bei den neuen Geräten auf seine neue Engine NavKit. Erstmals wurden dabei auch 3D-Modelle von bekannten Gebäuden integriert, sodass man sich bei der Navigation besser einen Überblick verschaffen kann. Konkurrenten bieten ein derartiges Feature bereits seit längerem an.

Die Ortssuche ist bei der neuen Software intuitiver geworden, so ist es durch eine neue Freitextsuche einfacher möglich, Adressen oder Einrichtungen wie Tankstellen zu finden. Außerdem hat die neue Engine eine Programmierschnittstelle (Software Development Kit – SDK), damit Applikationsentwickler neue Tools für die Navigationsgeräte entwickeln können.

Vier Varianten
Die neuen TomTom-Go-Geräte werden in vier verschiedenen Varianten erscheinen. Die Modelle 400, 500 und 600 unterscheiden sich dabei lediglich in der Displaygröße. Das kleinste Modell hat eine Displaydiagonale von 4,3 Zoll, das mittlere fünf Zoll und das größte sechs Zoll. Die Geräte haben Bluetooth integriert, für die TomTom-Verkehrsinformationen nutzt das Gerät die mobile Internetverbindung des verbundenen Handys.

Zusätzlich erscheint mit dem Modell 6000 noch eine Variante mit integriertem Modem plus SIM. Kauft man das Gerät, kann man diese Internetverbindung für Verkehrsinformationen eine gewisse Zeit nutzen, ab dem ersten oder zweiten Jahr (laut TomTom noch nicht fix) wird dafür eine weitere Gebühr fällig.

Version für Motorradfahrer
Mit TomTom Rider wurde außerdem eine Version für Motorradfahrer vorgestellt. Das Gerät ist besonders widerstandsfähig und kann auf Wunsch die schönste und kurvenreichsten Strecken berechnen. Über Bluetooth können die Routen außerdem mit Mitfahrern geteilt werden.

Preise oder Erscheinungsdaten der neuen Navigationsgeräte wurden noch nicht genannt.

TomTom SportWatch
Außerdem hat der Konzern eine Uhr für Sportler gezeigt. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, ist das Design besonders minimalistisch ausgefallen. Die Uhr selbst ist 11,5 mm dünn und wiegt 50 Gramm. Bedient wird sie lediglich über einen großen Knopf, unter dem auch der GPS-Empfänger sitzt. Auch die Satellitentechnologie GLONASS wird unterstützt.

Außerdem hat TomTom mit MySports eine neue Online-Plattform kreiert, über die Zeiten und Werte hochgeladen werden können. Über Bluetooth Smart kann man die Uhr mit weiteren Geräten wie Pulsmessern und ähnlichem verbinden, eine Verbindung mit Smartphones ist nicht möglich. Die Uhr selbst macht im ersten Kurztest einen guten und vor allem stabilen Eindruck. Laut TomTom ist sie bis zu 50 Meter wasserdicht und mit kratz- und bruchresistentem Glas ausgestattet. Die Bedienung über den einen Knopf ist intuitiv und logisch aufgebaut. Der Akku soll im GPS-Modus bis zu zehn Stunden durchhalten. Die SportWatch erscheint in zwei Varianten: „Runner“ ist speziell für Laufsportler abgestimmt, während die Multi-Sport-Variante mit Extras für Fahrradfahrer oder Schwimmer ausgestattet ist.

Die Uhr soll im Sommer erscheinen, Preis wurde noch keiner genannt.

Commuter Concept
Im Rahmen einer neuen Designstudie hat TomTom außerdem gezeigt, wie sich der Konzern die Zukunft der Navigation vorstellt. Das Commuter Concept soll vor allem die Fahrer ansprechen, die täglich die gleiche Route fahren und in erster Linie über die aktuelle Verkehrssituation erkundigen und bei Bedarf Alternativrouten vorgeschlagen bekommen wollen. Das Konzept befindet sich allerdings noch in einer Testphase und ist laut TomTom noch nicht marktreif. Auch mit den Details zu den genauen Funktionen hält sich der Konzern zurück.

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