People check the products at an Apple store in Istanbul

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Türken investieren Erspartes in iPhones, Apple erhöht Preise

Die türkische Lira verliert rasant an Wert. Seit Jahresbeginn ist die Währung um 45 Prozent gegenüber dem US-Dollar abgestürzt. Die Talfahrt hatte sich in der vergangenen Woche beschleunigt, weshalb viele Türk*innen versuchen, ihr Erspartes mit teuren Geräten abzusichern. Aber auch die Hersteller reagieren auf den Wertverfall der türkischen Landeswährung.

Preiserhöhung um 25 Prozent

Apple hob etwa Ende vergangener Woche die Preise für iPhones in der Türkei drastisch an, berichtet Spiegel.de. Der Preis für das iPhone 12 stieg von 11.000 türkische Lira auf 14.000. Umgerechnet waren das nach dem Tageskurs 217 Euro mehr. Das iPhone 13 wurde um 25 Prozent teurer und kostete nach der Preiserhöhung 15.000 Lira.

Wegen des Wertverfalls der türkischen Währung hatte Apple Berichten zufolge den Verkauf seiner Geräte auf seiner Website zuvor ausgesetzt. Auch in Läden vor Ort sollen nur Kund*innen eingelassen worden sein, die Geräte zur Reparatur bringen. Trotzdem bildeten sich Schlangen vor den Apple Stores. Viele Türk*innen hatten vor, ihr Erspartes kurzfristig in teure Geräte zu investieren.

Einige haben auch bewusst darauf gesetzt, dass Apple die Preise erhöhen wird. Hätten sie ein iPhone 12 noch um 11.000 Lira gekauft, könnten sie es diese Woche neu um 13.000 Lira verkaufen. Das wäre immer noch 1.000 Lira günstiger als bei Apple und sie hätten kurzfristig einen Gewinn von 2.000 Lira gemacht.

People wait in line to enter an Apple store in Istanbul

Schlange vor einem Apple Store in Istanbul

Zinssenkung setzt Währung weiter unter Druck

Befeuert wurde der Wertverlust der türkischen Landeswährung in der vergangenen Woche durch eine Zinssenkung der türkischen Notenbank auf 15 Prozent, auf die der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan trotz einer Inflationsrate von fast 20 Prozent gedrängt hatte.

Ökonomen auch in der Türkei kritisieren die Zinssenkungen und fordern stattdessen Zinserhöhungen, um der Entwicklung entgegenzuwirken. Unternehmen warnen vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch den Lira-Absturz, der Importe deutlich verteuert und damit die Inflation anheizt. Die Entwicklung trifft besonders Verbraucher mit niedrigen Einkommen.

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