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05.02.2018

Intel-Brille projiziert Infos direkt auf die Netzhaut

Intel arbeitet an einer leichten smarten Brille © Bild: YouTube/The Verge

Nach dem Aus für die kommerzielle Variante von Google Glass war es um die Kategorie "smarte Brillen" lange still. Nun überrascht Intel mit einem innovativen Konzept.

Nachdem Google Glass vor mittlerweile drei Jahren aufs Abstellgleis geschoben wurde und erst kürzlich im Firmen-Segment ein vorsichtiges Comeback feierte, ist nun überraschend Intel mit einer Datenbrille vorgeprescht, die einige der Google-Glass-Fehler vermeiden möchte, wie es scheint. Die auf den Namen "Vaunt" getaufte Brille setzt auf Minimalismus und erzeugt ihr Display per Laser-Reflexion direkt auf der Netzhaut.

Intel-Brille Vaunt

Das US-Portal The Verge, das mehrere Prototypen der smarten Brille testen durfte, zeigt sich von Leichtigkeit und Design begeistert. Die gesamte Konstruktion wiegt unter 50 Gramm, die Technologie samt Akkus sind im ersten Drittel der Bügel untergebracht. Der Rest des Bügels ist so flexibel wie bei herkömmlichen Brillen, was den Tragekomfort erhöhen soll.

Die minimalistische Gestaltung ist möglich, da ein Laser-Bild mit digitalen Informationen direkt auf die Netzhaut des Trägers reflektiert wird. Beim Laser handelt es sich um einen der Klasse 1 mit sehr geringem Energieausstoß - für das Auge ist dieser Vorgang laut Intel unbedenklich. Die angezeigten Informationen sind in rot gehalten und werden rechts, etwa 15 Grad unterhalb der normalen Sehlinie platziert. Blickt man geradeaus bzw. nach oben, verschwindet das Display automatisch.

Wie Smart Watch

Die Akkudauer ist auf 18 Stunden ausgelegt - sie muss wie eine Smart Watch folglich nur am Abend vor dem Schlafengehen aufgeladen. Überhaupt setzt Intel beim Smartwatch-Konzept an. Die Brille ist derzeit nur dazu gedacht, Informationen des eigenen Smartphones darzustellen. Die Rechenleistung übernimmt das Android- bzw. iOS-Gerät.

Im Test wurden Wegbeschreibungen angezeigt oder auch erhaltene Nachrichten angezeigt. Die Übertragung der Daten erfolgt per Bluetooth-Verbindung. Eine Kamera oder ein Mikrofon sind aktuell nicht verbaut. Künftig könnte die Brille aber kontextbezogen reagieren, etwa um Restaurant-Bewertungen anzuzeigen, wenn man ein Lokal bewusst anvisiert.

Partner gesucht

Was die genauen Zukunftspläne für die Vaunt betrifft, zeigte sich Intel zurückhaltend. Den Informationen zufolge, soll in Kürze eine Entwicklerprogramm starten, über das Software-Lösungen erzeugt werden sollen. Auch hofft Intel auf gewichtige Hardware-Partner, die sich für das zukunftsweisende Projekt begeistern können.