Produkte
19.03.2015

Vernetzung der Dinge als großer CeBIT-Trend

Auf der Computer-Messe in Hannover zeigen große und kleine Firmen, wie sie künftig Fahrzeuge und Haushaltsgeräte miteinander und dem Internet verbinden.

Rund 3300 Aussteller aus 70 Ländern präsentieren auf der CeBIT noch bis Freitag ihre Produkte rund um das Internet der Dinge sowie den digitalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft. Die weltgrößte Branchenschau hofft auf gut 200.000 Besucher, auch wenn sie sich seit diesem Jahr vorwiegend ans Fachpublikum richtet. Neben zahlreichen Workshops, Wettbewerben und Vorträgen zeigen in einer eigenen Halle rund 50 Jung-Unternehmen ihre vernetzten Produkte.

Intelligenter Haushalt

Eines davon stammt vom ungarischen Start-up Cubilog, das mit seinem System versucht, die verschiedenen Standards von Produkten für das smarte Wohnen zu verbinden. Damit soll der Nutzer all seine smarten Haushaltsgeräte wie Lampen, Heizung und Smart-TVs künftig über ein und dieselbe Plattform steuern können und nicht für jedes Gerät eine eigene App oder Fernbedienung brauchen. Das System, das wie ein Würfel aufgebaut ist, übernimmt die Funktion der Zentrale und spricht mit Geräten per Bluetooth, WLAN, Zigbee und Z-Wave und funkt Infos wahlweise per Mobilfunk in die Cloud.

Dank fehlender Standards gibt es hier nämlich ein wahres Wirrwarr bei den Möglichkeiten, wie man Geräte miteinander verbinden kann. Diesem Wirrwarr soll nun nicht nur mittels Würfel Abhilfe geschaffen werden. Haushaltsgeräte-Hersteller wie Bosch, Siemens oder Miele sowie IT-Unternehmen wie Samsung, Acer und Lenovo wollen nun gemeinsam nach Lösungen für einen gemeinsamen Standard suchen.

Diese Suche nach einem gemeinsamen Standard steht exemplarisch für das Trend-Thema der diesjährigen IT–Messe in Hannover: die Vernetzung von Dingen. Künftig werden Kleidung, Uhren, Straßenlaternen, Produktionsmaschinen und Fahrzeuge mit dem Internet verbunden sein. Laut dem Marktforschungsinstitut Gartner sollen 2015 bereits 4,9 Milliarden Geräte mit dem Netz verknüpft sein. In den nächsten fünf Jahren soll sich diese Zahl verfünffachen.

Schlaue Fahrzeuge

Neben einem Fahrrad, das wie berichtet bei Unfällen automatisch einen Notruf absendet, oder bei Diebstahl den Besitzer per App über den Standort informieren kann, hat die Deutsche Telekom mit BMW auf ihrem Messestand eine neue Anwendung für das vernetzte Auto vorgestellt. Diese verbindet das Auto mit den intelligenten Haushaltsgeräten. Über einen Monitor im Auto lässt sich etwa kontrollieren, ob man zuhause alle Lampen oder die Heizung abgedreht hat. „Die Handy-Nutzung während des Autofahrens ist in Österreich verboten. Der Monitor im Auto befindet sich dagegen direkt im Blickfeld des Fahrers“, erklärt Alexander Decker von T-Systems Österreich im Gespräch mit der futurezone. Dadurch sei die Bedienung sicherer als die eines Smartphones.

Auch arbeitet die Deutsche Telekom an einem digitalen Schlüssel, der sich vielseitig nutzen lässt. Mit der Smartphone-App "Digital Key" öffnet der Autofahrer Schranken im Parkhaus oder kann sich an einer E-Ladesäule ausweisen, um Strom zu tanken. Laut Decker soll die Verbindung dabei sicherer sein als bei so manchem Konkurrenten, die die Daten via http-Protokoll übertragen würden. „Bei uns kommt es dafür zu einer leichten Verzögerung der Verbindung, weil wir über einen VPN-Tunnel gehen und noch weitere Sicherheitsmaßnahmen treffen. Dadurch kann der digitale Schlüssel aber nicht so einfach missbraucht werden“, erklärt Decker.

Alarm bei Diebstahl

Neben BMW und der Deutschen Telekom setzen auch VW, Audi, Porsche und Daimler auf die Vernetzung ihrer Fahrzeuge. Bei Porsche ist etwa eine Kommunikationseinheit verbaut, die bei unautorisierter Nutzung des Autos eine automatische Nachricht an das Alarmzentrum des Herstellers funkt. Dieses kontaktiert dann unverzüglich den Besitzer und leitet auf dessen Wunsch die Ortung des Fahrzeugs ein. Hier setzt Porsche auf die Zusammenarbeit mit der Vodafone-Tochter Cobra.

In fünf Jahren sollen laut Gartner-Studie bereits rund 250 Millionen Autos mit Internet-Anschluss auf den Straßen unterwegs sein. Für die Mobilfunkanbieter wird das ein gutes Geschäft.

Disclaimer: Redakteure der futurezone berichteten live von der CeBIT in Hannover. Die Reisekosten wurden von der futurezone GmbH selbst sowie von T-Systems übernommen.