Vivo X300 Ultra

Vivo X300 Ultra

© Gregor Gruber
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Vivo X300 Ultra im Test: Ist das noch ein Smartphone?

Vivo setzt bei seinem Flaggschiff auf ein umfangreiches Kamerazubehör.

„Ist da ein Smartphone drin?“, war eine Frage, die mir mehrmals gestellt wurde, als ich mit dem Vivo X300 Ultra und dem gesamten Kamerazubehör unterwegs war. Tatsächlich drängt sich diese Frage auf, wenn man das umfangreiche Setup betrachtet. 

Das diesjährige Flaggschiff von Vivo ist wirklich kein Durchschnitts-Handy. Man wollte alles herausholen was geht, heißt es von Vivo. In erster Linie habe man sich dabei auf die Kamera und eine besonders hochwertige Foto- und Videoqualität konzentriert. 

Herausgekommen ist ein richtiges Ultra-Gerät, das seine Stärke mit umfangreichem Kamerazubehör ausspielen will: Ein spezieller Smallrig-Kamerakäfig, ein eigenes Photography-Case inklusive Kamera-Griff und ein aufsteckbares 400-mm-Zoomobjektiv von Zeiss. All das habe ich mir angesehen. 

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Technische Spezifikationen

Vivo X300 Ultra 

  • Maße und Gewicht: 163 x 76,8 x 8,2 mm (8,49 mm in der Farbe Grün), 232 Gramm
  • Display: 6,82 Zoll LTPO AMOLED, 3.168 x 1.440 Pixel, 510 ppm 1 Hz - 144 Hz, 4.500 nits lokale Spitzenhelligkeit
    • 200 MP Hauptkamera: f/1.85, 35mm, 1/1.12", PDAF, OIS
    • 200 MP Teleobjektiv mit 3,7-fachen optischen Zoom: f/2.67, 85mm, 1/1.4", PDAF, Gimbal-grade OIS,
    • 50 MP Weitwinkel: f/2.0, 14mm, 1/1.28", PDAF, OIS
    • 5 MP Hilfslinse: f/2.0
    • Video: 8K@30fps, 4K@120fps (10-bit Log)
    • Selfie-Kamera: 50 MP, f/2.45, 24mm, 1/2.76", 4K@60fps
  • Prozessor: Snapdragon 8 Elite Gen 5 (3 nm)
  • Speicher: 16 GB RAM, 1 TB, UFS 4.1
  • Akku: 6.600 mAh (Semi-Solid-State), 100 Watt Schnellladen, 40 Watt Wireless
  • Software: Android 16, OriginOS 6, 5 Jahre Android-Upgrades, 7 Jahre Sicherheitsupdates
  • Sonstiges: IP68/IP69 Schutzart, NFC, WiFi 7, Bluetooth 6.0, 5G, eSIM
  • Farben: Schwarz, Grün
  • Preis: 1.999 Euro

Erstklassig durch und durch

Die Fragen, wie gut Display oder Prozessor sind, stellen sich beim Vivo X300 Ultra eigentlich gar nicht. Bei dem Handy gehören alle Komponenten zur Spitzenklasse. Das Display ist einwandfrei, der Chip liefert viel Power und auch sonst gibt es kaum etwas zu meckern. 

Also können wir die Abkürzung nehmen und uns direkt um die Kamera kümmern. Bevor wir die fragwürdigen und negativen Aspekte beleuchten, beginnen wir aber mit dem positiven Teil: Die Kamera des Vivo X300 Ultra weiß nicht zu enttäuschen. Sie stellt mit anderen Top-Smartphones die absolute Speerspitze der aktuellen Handy-Fotografie dar.

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Vivo X300 Ultra

Vivo X300 Ultra

Hohe Kameraqualität

Die 200-MP-Hauptkamera sowie das 200-MP-Tele mit 3,7-facher optischer Vergrößerung liefern nahezu perfekte Bilder, bei denen alle Parameter - Kontrast, Weißabgleich, Belichtung, Farbstimmung, Sättigung, Dynamikumfang - aufeinander abgestimmt sind. Sowohl im Innenraum als auch bei Tageslicht, Dämmerung und Dunkelheit ist es eine wahre Freude, mit dem X300 Ultra zu fotografieren. 

Ähnliches gilt für die 50-MP-Weitwinkelkamera. Gegenüber den beiden anderen Objektiven fällt sie allerdings leicht zurück, zählt aber gemessen an der Konkurrenz zu den besten aktuellen Handy-Weitwinkelkameras am Markt. Die Brennweiten der einzelnen Objektive, die wieder mit Zeiss entwickelt wurden, liegen bei 35 mm, 85 mm und 14 mm

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Vivo X300 Ultra: Fotos mit den herkömmlichen Objektiven

Der fragwürdige Teil

Um dem diesjährigen Flaggschiff etwas Besonderes zu verpassen, stellt Vivo einen modularen 400-mm-Tele-Extender zur Verfügung. Dieser wird über ein spezielles Case und einen mechanischen Verschluss über dem Teleobjektiv des Smartphones montiert. Damit wären wir beim fragwürdigen Teil angelangt. 

Das 400-mm-Tele ermöglicht wahnsinnig schöne Zoom-Bilder, die glasklar sind und an denen es kaum etwas auszusetzen gibt. Der Tele-Extender hebt die Smartphone-Fotografie auf ein völlig neues Level. Es drängt sich halt die Frage auf, ob es sich überhaupt noch um Smartphone-Fotografie handelt. 

Das spezielle Kamera-Case inklusive Tele-Verschluss samt Kamera-Grip und dem 400-mm-Tele-Extender machen aus dem ohnehin schon großen Smartphone ein riesiges Ungetüm. Das Handling kommt zwar dem „richtigen“ Fotografieren mit Spiegelreflex- oder Systemkameras nahe, für ein Handy ist es aber maximal unhandlich.

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Hoher Zoom-Faktor

Der Benefit davon ist eine optische Vergrößerung, die sonst nur mit „richtigen“ Kameras und „richtigen“ Teleobjektiven möglich ist. Beim Hybrid-Zoom, bei dem das Vivo X300 Ultra den optischen Tele-Extender mit digitalen Zoom kombiniert, kommt man auf eine virtuelle Brennweite von 3.200 mm. Selbst damit lassen sich bei Tageslicht manchmal überraschend gute Ergebnisse erzielen. 

Leider ist die Handhabung des Tele-Extenders ziemlich umständlich. Wenn man das Objektiv auf dem Smartphone montiert, schaltet die Kamera nämlich nicht automatisch in den Tele-Extender-Modus. Dieser muss manuell aktiviert werden. Will man schnell zu Hauptkamera oder Weitwinkel wechseln, muss der Extender abmontiert werden, weil er sonst den anderen Kameras die Sicht versperrt.

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Vivo X300 Ultra: Wenn der Tele-Extender den anderen Objektiven die Sicht versperrt.

Vivo X300 Ultra: Tele-Extender versperrt den anderen Objektiven die Sicht.

Deutlich bessere Videoqualität

Vivo hat bei der Präsentation erklärt, dass das diesjährige Flaggschiff ganz besonders auf hochwertige Videoaufnahmen getrimmt wurde. So ermöglicht das X300 Ultra etwa 4K-Aufnahmen mit 120 fps über alle Objektive hinweg - auch mit Tele-Extender. Stufenloses Zoomen zwischen den einzelnen Objektiven und Brennweiten ist aber nicht möglich. 

Außerdem werden 10-Bit-Log-Videos unterstützt und Vivo hat eine eigene professionelle Kamera-App für Videoaufnahmen, bei der sich alle Details manuell einstellen lassen. Die Videoqualität ist tatsächlich extrem hoch. Damit zählt das Vivo-Flaggschiff in Sachen Videoqualität, neben den iPhones, zu den besten Smartphones am Markt. Auffallend ist, dass das Bildrauschen auf ein Minimum reduziert ist. 

Besonders gut gelöst ist die optische Stabilisierung bei Videoaufnahmen. Vivo spricht in diesem Zusammenhang von einem „Gimbal-Grade-Stabilizer“. Damit gelingt es tatsächlich, Videos aufzunehmen, die besonders ruhig erscheinen, gleichzeitig aber nicht allzu viel an Qualität einbüßen.

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Vivo X300 Ultra

Vivo X300 Ultra

Der negative Teil

Um noch eines draufzulegen, hat Vivo in Kooperation mit Smallrig einen passenden Kamerakäfig auf den Markt gebracht. Darin lässt sich das X300 Ultra befestigen, bedient wird es dann für Videoaufnahmen beidhändig über die speziellen Griffe. 

Diese umfangreiche Konstruktion aus Smallrig-Kamerakäfig, 400-mm-Tele-Extender und Kamera-Case samt Kamera-Grip hinterlässt bei mir einen gemischten Eindruck - irgendwo zwischen „wow, das ist richtig cool“ und „warum greift man nicht gleich zu einer speziellen Kamera“.

Wenn man Kamerafahrten nachstellen möchte und das Smartphone beim Filmen bewegt, ist der Kamerakäfig mit seinen beiden Griffen tatsächlich eine tolle Sache. Die Qualität der Videos profitiert von dieser speziellen Halterung, weil sich die Kameraführung damit besonders ruhig bewerkstelligen lässt.

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Vivo X300 Ultra

Vivo X300 Ultra

Maximal unpraktisch

Einfach so zufällig dabeihaben wird man das Smallrig aber nicht. Es ist groß und unhandlich und man wird wohl nur für spezielle Einsätze darauf zurückgreifen. Unpraktisch ist zudem, dass das Vivo X300 Ultra nur ohne Case in den Kamerakäfig passt. Will man also schnell zum Smallrig wechseln, muss man das Handy jedes Mal aus der Hülle nehmen. 

Auf dem Kamerakäfig ist ein mechanischer Verschluss vorhanden, um den 400-mm-Tele-Extender anzubringen. Allerdings lässt sich mit dem hohen Zoomfaktor kein brauchbares Video aufnehmen, wenn man in Bewegung ist. Da hilft kein „Gimbal-Grade-Stabilizer“ und auch kein beidhändiger Kameragriff. Das ist nur mit Stativ möglich.

Das Smallrig verfügt außerdem über ein Zoom-Rad und eine Auslösetaste. Damit die Steuerelemente genutzt werden können, muss man vorher eine Bluetooth-Verbindung aufbauen. Man muss also darauf achten, dass der Akku des Kamerakäfigs stets aufgeladen ist.

Das ist auch Voraussetzung, damit der externe Lüfter des Smallrigs verwendet werden kann. Damit lässt sich das Smartphone kühlen, wenn man beispielsweise längere 4K-Sequenzen aufzeichnet. Bei aktivem Kühler wird der Ton jedoch unbrauchbar. Deshalb ist ein externes Mikrofon notwendig.

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Vivo X300 Ultra

Vivo X300 Ultra

Extrem hoher Preis

Die Frage, ob all das ein sinnvolles Setup ist, kommt auf den Einsatzzweck an und lässt sich nicht allgemein gültig beantworten. Die Suche nach Argumenten, warum man ein Smartphone anstelle einer speziellen Kamera verwenden soll, gestaltet sich ziemlich schwierig. 

Starten wir die Suche beim Preis. Das Vivo X300 Ultra kostet 1.999 Euro. Wenn man den 400-mm-Tele-Extender für 599 Euro und den Smallrig-Kamerakäfig für 499 Euro dazu nimmt, kommt man auf insgesamt 3.097 Euro

Da sind wir bereits in Sphären angelangt, in denen man sich eine ziemlich gute Kamera kaufen kann. Selbst wenn man von den 3.000 Euro ein gutes Smartphone abzieht, bleiben noch immer zwischen 1.500 und 2.000 Euro übrig, die man in das Kamera-Equipment stecken kann.

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Vivo X300 Ultra

Vivo X300 Ultra

Praktisch unpraktisch

Das nächste Argument: Es sei praktisch. Da bin ich geteilter Meinung. Es kann natürlich von Vorteil sein, wenn man die Aufnahmen direkt am Smartphone hat. In der Regel wird man semiprofessionell erstellte 4K-Videos für das weitere Editing aber ohnehin vom Smartphone an einen Computer oder ein Tablet senden. Da kann man die Videodateien auch genauso gut von einer Kamera direkt versenden oder per Speicherkarte transportieren. 

Das Handling des umfassenden Vivo-Setups ist leider auch recht unpraktisch. Das dicke Case mit dem Tele-Anschluss ist klobig und schwer, der Tele-Extender ebenso. Das Montieren des externen Objektivs ist genauso umständlich wie bei herkömmlichen Kameras und verlangt eine gute Portion Vorsicht und Fingerspitzengefühl. Der Smallrig-Kamerakäfig ist darüber hinaus ohnehin eine ganz eigene Nummer.

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Vivo X300 Ultra

Vivo X300 Ultra

Unterm Strich

Damit sind wir beim Fazit angelangt. Und hier stellt sich die Frage, ob das Vivo X300 Ultra die Brücke zwischen Smartphone-Fotografie und herkömmlicher Fotografie schlagen kann. Rein technisch betrachtet ist diese Frage mit einem klaren Ja zu beantworten. Mit dem Tele-Extender und dem weiteren Zubehör gelingt es Vivo, sich von der gewöhnlichen Handy-Fotografie abzuheben. 

Meiner Meinung nach scheitert dieser Anspruch aber in der Praxis. Denn die Smartphone-Fotografie besticht in erster Linie durch ihre Unkompliziertheit. Sie lebt davon, dass man das Handy immer griffbereit und die Kamera in wenigen Sekunden einsatzbereit hat. Bestenfalls liefert das Smartphone selbst bei spontanen Einsätzen hochwertige Bilder und Videos.

All das trifft vollends auf das Vivo X300 Ultra zu. Nur missglückt der Versuch, durch umfangreiches Zubehör zu speziellen Foto- und Videokameras aufzuschließen. Wenn ich einen Photowalk oder Filmaufnahmen plane und das dafür notwendige Equipment zusammenpacken muss, hat das mit Smartphone-Fotografie nicht mehr viel am Hut. 

Wenn ich in der Situation bin, dass ich eine eigene Tasche für meine semiprofessionellen Geräte benötige, dann greife ich lieber zum Spezialwerkzeug, das in diesem Fall eine „richtige“ Kamera wäre - zumal es preislich keinen allzu großen Unterschied macht.

Fazit im Detail

Um dem Vivo X300 Ultra gerecht zu werden, möchte ich das Fazit noch in 3 Teile gliedern.

Der 1. Teil -  das bloße Vivo X300 Ultra: Am neuen Vivo-Spitzengerät gibt es so gut wie nichts auszusetzen. Jeder einzelne Aspekt ist von höchster Güte. Sowohl bei Fotos als auch bei Videos zählt das X300 Ultra zu den allerbesten Smartphones am Markt.

Der 2. Teil - das Vivo X300 Ultra mit Tele-Extender: Das große Teleobjektiv verlangt eine klobige Handy-Hülle, wodurch das Gerät recht unhandlich wird und sich nicht für den Alltagseinsatz eignet. Allerdings sind mit dem speziellen Teleobjektiv großartige Fotos aus einzigartigen Perspektiven möglich. Empfehlenswert ist dieses Setup aber wirklich nur dann, wenn man tatsächlich spezielle Anwendungsszenarien plant.

Der 3. Teil - das Vivo X300 Ultra mit Smallrig-Kamerakäfig: Wer spezielle Videoaufnahmen plant, kann vom Smallrig-Zubehör profitieren. Will man einfach nur mal schnell ein paar Videos aufnehmen, kann man auf den Kamerakäfig getrost verzichten. Auch ohne Smallrig gelingen mit dem Vivo-Flaggschiff ruckelfreie und hochwertige Videos.

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Florian Christof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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Florian Christof

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