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14.08.2018

Wiener Carsharing Caroo startet im November mit Elektro-Lieferwägen

Caroo setzt ausschließlich auf E-Autos im Free-Floating-Betrieb. Neben den üblichen Pkw werden auch elektrische Transporter angeboten.

100.000 Euro müssen mindestens eingesammelt werden, damit das Projekt ohne Probleme finanziert werden kann, hieß es im April vom neuen Wiener Carsharing-Anbieter Caroo, der ausschließlich auf Elektroautos setzt. Dieses Ziel konnte nun bei Weitem übertroffen werden: Die Funding-Kampagne läuft noch bis 16. August und Caroo hat bereits mehr als 270.000 Euro eingesammelt.

Die Vorbereitungen für den offiziellen Start des Carsharing-Angebots laufen auf Hochtouren, wie Nico Prugger, CEO von Caroo im Gespräch mit der futurezone erzählt. "Der offizielle Launch geht im November über die Bühne", so Prugger. Bis dahin werden noch E-Fahrzeuge angeschafft und die Smartphone-App finalisiert.

Kastenwagen im Angebot

Bis Ende des Jahres will Caroo ungefähr 30 E-Autos im Wiener Stadtgebiet im Einsatz haben. Innerhalb eines Jahres nach dem Start sollen den Caroo-Usern mindestens 50 Fahrzeuge zur Verfügung stehen.

"Ein Carsharing-Angebot mit Lieferwägen gibt es in Wien derzeit nicht", sagt der Caroo-CEO. Daher wolle man sich vor allem zu Beginn von der harten Konkurrenz von DriveNow und Car2Go durch Transport-Fahrzeuge abheben. Dafür werden von Caroo die Kastenwägen Nissan e-NV200 angeschafft. Neben den Transport-Fahrzeugen wird Caroo den Renault Zoe und BMW i3 anbieten.

Betrieben wird die Flotte nach dem Free-Floating-Konzept. Dafür muss Caroo pro Jahr und pro Fahrzeug an die Stadt Wien eine Parkpauschale in der Höhe von rund 2500 Euro zahlen. Das Betriebsgebiet von Caroo ist in etwa so groß wie von der Konkurrenz und deckt nahezu das gesamte Stadtgebiet von Wien ab.

Freiminute für das Umparken

Auch die Standard-Tarife von Caroo sind in der Größenordnung wie bei der Konkurrenz. Bis zum offiziellen Start im November sollen noch mehr buchbare Packages und differenziertere Preispakete dazukommen.

Während sich die Kunden bei Car2Go und DriveNow einige Freiminuten für das Auftanken der Fahrzeuge verdienen können, wird es bei Caroo eher umgekehrt sein: "Das Aufladen der Fahrzeuge, also das Anstecken an eine Ladesäule, wird hauptsächlich von unseren Service-Mitarbeitern erledigt werden", erklärt Prugger.

Caroo-Kunden können sich Freiminuten dazuverdienen, wenn sie nach dem Ladevorgang die E-Fahrzeuge abstecken und von der Ladesäule wegbringen, damit die Ladepunkte nicht unnötig blockiert wird. Im Laufe des weiteren Geschäftsbetriebs werden aber auch Caroo-Nutzer Freiminuten erhalten, wenn sie die E-Autos zu einer Ladestation bringen und aufladen.

Blockchain-Implementierung

Nachdem die Carsharing-Flotte ihren Betrieb aufgenommen hat, will sich Caroo der Blockchain widmen. "Dabei soll jedes E-Auto der Flotte von einer bestimmten Anzahl von Tokens repräsentiert werden. Die Investoren werden dann dadurch am Umsatz der Flotte beteiligt", sagt der Caroo-CEO zur futurezone. Der Besitz der Flotte werde dadurch dezentralisiert, was in dieser Form einzigartig sei.

Die Konzeptualisierung der Blockchain-Anwendung sei zu 99 Prozent fertig. Man warte nur noch auf die Freigabe der Förderstellen, dann kann mit der technischen Umsetzung begonnen werden. "Wir rechnen damit, dass wir ein halbes Jahr nach Start der technischen Entwicklung einen Proof-of-Concept haben werden", gibt sich Prugger zuversichtlich.