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Computer
12/13/2010

Zweikern-Netbooks laufen deutlich schneller

Mit der Einführung von Dual-Core-Prozessoren haben die kleinen mobilen Computer an Leistung gewonnen. Die meisten Hersteller bieten bereits Geräte der neuen Netbook-Generation an. Ein Ersatz für Laptops sind sie aber auch in Zukunft nicht.

von Claudia Zettel

Die Zeit ist reif für einen Netbook-Kauf. Die kostengünstigen mobilen Geräte (ab etwa 300 Euro) haben 2010 kräftig an Fahrt aufgenommen. Von vielen zunächst schon tot gesagt, kann die neue Netbook-Generation mit leistungsstarken Zweikern-Prozessoren und längeren Akkulaufzeiten überzeugen. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft starteten gleich mehrere Hersteller, von Acer über Samsung und HP bis hin zu Asus, mit Dual-Core-Geräten auf dem Markt. Damit gehören lange Ladezeiten und träges Surfen weitgehend der Vergangenheit an.

In vielen der kleinen 10-Zoll-Geräte waren zunächst einkernige Intel-Atom-Prozessoren wie der "N450" verbaut. Diese CPU ("Central Processing Unit") ist stromsparend, aber nicht besonders schnell. Im Herbst stellte Intel mit dem "N550" schließlich seinen ersten Dual-Core-Prozessor für Netbooks vor - damit soll die Leistung der Geräte deutlich verbessert werden, ohne die Akkulaufzeiten zu sehr zu beeinträchtigen. Der Chiphersteller setzt große Erwartungen in das Geschäft mit Netbooks. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Intel sogar eine eigene Sparte für Netbooks und Tablets eingerichtet hat, um künftig in dem stark umkämpften Markt mitmischen zu können.

Ergänzung statt Ersatz

Bisher haben sich Netbooks als typisches Zweitgerät etabliert. Während immer mehr Menschen auf einen herkömmlichen Desktop-Computer verzichten und stattdessen auf einen Laptop als Haupt-Rechner umsteigen, bilden die Netbooks die ideale mobile Ergänzung dazu. Dass sie wiederum zum Ersatz für Laptops werden, ist allerdings unwahrscheinlich. Auch die Hersteller gehen davon aus, dass Netbooks künftig die Funktion des Zweitgeräts übernehmen werden. Um in die Liga der Erst-Geräte vorzustoßen, fehlt es im Vergleich zu Laptops weiterhin an einem CD- oder DVD-Laufwerk, entsprechend hohen Bildschirmauflösungen und letztlich trotz aller Verbesserungen auch an Leistung. Abzuraten ist von Netbooks, die auf dem Smartphone-Betriebssystem "Android" von Google laufen. Denn dieses ist auf Touchscreens ausgelegt und bei Geräten mit Tastatur und Maus kaum zu gebrauchen.

Tablet-Boom
Starke Konkurrenz bekamen die Netbooks in diesem Jahr durch den neuen Trend zu Tablet-Computern. Ausgelöst durch den Start von Apples iPad entwickelte sich ein regelrechter Hype rund um die flachen Touchscreen-Geräte. Mit ihrer Handlichkeit und einfachen Bedienbarkeit begeistern die Tablets Nutzer in sämtlichen Altersschichten.

Einige Vorteile bleiben den Netbooks allerdings: Im Gegensatz zum iPad verfügen sie über eine physische Tastatur, was sich zum Arbeiten bezahlt macht. Außerdem kann auf Tablets in der Regel keine allgemein gängige Software - etwa Microsoft-Programme - installiert werden und auch an USB- und Netzwerk-Anschlüssen fehlt es den Touchscreen-Computern.

Fazit

Wer einen kostengünstigen Begleiter für unterwegs sucht, mit dem man Surfen, Fotos und Videos anschauen, aber auch arbeiten kann - etwa Textverarbeitung -, wird unter den neuen Zweikern-Modellen mit Sicherheit fündig werden. Einen vollständigen Ersatz zu traditionellen Notebooks können die Geräte aber auch künftig nicht bieten.

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(Claudia Zettel)

Die neue Generation
In den vergangenen Monaten sind bereits mehrere Hersteller mit Netbooks, die einen Dual-Core-Prozessor verbaut haben, auf den Markt gekommen. Anfang September - kurz nachdem Intel seinen Netbook-Zweikern-Prozessor N550 präsentiert hatte - machte Asus mit dem "Eee PC 1015PW" den Anfang. Die Hersteller HP und Samsung folgten kurz darauf ebenfalls mit Dual-Core-Modellen. HP brachte das "5103 Mini" heraus, Samsung startete mit den Modellen "NP NF 210" bzw. "NP NF 310".
Acer setzt bei seinen aktuellen Netbooks, anders als die meisten anderen Hersteller, nicht nur auf Intel-Prozessoren. In den Modellen "Aspire One 521" (10,1 Zoll) und "Aspire One 721" (11,6 Zoll) wurde ein schnellerer, aber weniger sparsamer Athlon-II-Neo-Prozessor von Intel-Konkurrent AMD verbaut. Die Modelle kosten im Schnitt zwischen 350 und 400 Euro. Nur das HP Mini fällt mit durchschnittlich 550 bis 600 Euro etwas teurer aus.

Zuletzt ist auch der Internet-Riese Google in das Netbook-Geschäft eingestiegen. Vergangene Woche präsentierte der Konzern sein erstes Netbook auf Basis des hauseigenen Betriebssystems Chrome OS, das Mitte 2011 offiziell starten soll. Das Gerät mit dem Namen "CR-48" ist vorerst nur für Software-Entwickler gedacht. Auch Apple rittert mit dem 11-Zoll-Modell des "MacBook Air" in dem Marktsegment um Kunden.