Eine von einem Künstler entworfene Darstellung, wie das Aufeinandertreffen der Galaxien aussehen könnte

© NAOJ

Science
06/19/2019

Astronomen beobachten zwei Galaxien beim Verschmelzen

Die Kollision fand bereits vor 13 Milliarden Jahren statt, durch die große Distanz kommt es aber erst heute bei uns an.

Astronomen des ALMA-Observatoriums in Chile ist eine ungewöhnliche Aufnahme gelungen. Sie haben zwei Galaxien dabei fotografiert, wie diese miteinander kollidieren und somit zu einer neuen Galaxie verschmolzen sind. Aufgrund der großen Distanz zu den Objekten schätzen die Forscher, dass sich dieses Ereignis vor mehr als 13 Milliarden Jahren ereignet haben dürfte.

Bislang gingen Forscher davon aus, dass es sich bei B14-65666 um einen Sternhaufen handelt. Neue Erkenntnisse der Waseda-Universität in Tokio zeigten aber, dass es wohl eher das Ergebnis zweier Galaxien ist, die aufeinandergetroffen sind. Diese haben Daten des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) genutzt, ein Observatorium in Chile, das aus 66 Antennen besteht. Auf eine Kollision weist hin, dass sich die beiden Bereiche mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten aufeinander zubewegen.

Derartige Kollisionen von Galaxien wurden bereits des Öfteren von Forschern beobachtet. Auch die Milchstraße und die Andromeda-Galaxie werden Schätzungen zufolge innerhalb der nächsten vier bis fünf Milliarden Jahre aufeinander treffen. Bei B14-65666 könnte es sich um den ältesten, bislang bekannten Fall handeln, weswegen sich die Forscher nun auch neue Erkenntnisse darüber erhoffen, wie sich Galaxien durch derartige Zusammenstöße verändern.