Lyrid meteor shower over Austria

© EPA / CHRISTIAN BRUNA

Science

Astronomen suchen nach Mini-Meteoriten

In Frankreich beteiligen sich (Hobby-)Astronomen derzeit an einer besonders schwierigen Suchaktion. Vergangenen Samstag um 21.43 Uhr schlug ein Meteorit auf der Erde ein, der etwa die Größe einer Marille hat. Nach diesem Objekt wird nun gesucht. 

Sein geschätztes Gewicht beträgt 150 Gramm. Die Kameras des Observatoriums in Maroux haben den Mini-Meteoriten etwa 100 km von Bordeaux entfernt registriert. Auf der Website des Projekts Vigie-Ciel kann die Flugbahn nachvollzogen werden. 

Eine Aufnahme des gesuchten Objekts hat Vigie-Ciel auf Vimeo bereitgestellt.

Flugbahn bestimmt

Vigie-Ciel hat es sich zum Ziel gemacht, sämtliche Meteoriten zu sammeln, die in Frankreich jährlich aufschlagen. Dafür nutzen sie die ungefähr 100 Kameras des Fireball Recovery and InterPlanetary Observation Network (FRIPON). Es sucht rund um die Uhr nach herabstürzenden Meteoriten.

Anhand der Aufnahmen und von Wetterdaten konnten die Astronomen eine weitläufige Zone bestimmen, in der der Meteorit im Ganzen oder in Fragmenten aufgeschlagen sein muss.

Region wird durchsucht

Da hier die sprichwörtliche "Nadel im Heuhaufen" gesucht wird, haben die Meteoritensammler die örtliche Bevölkerung aufgerufen, in ihren Gärten oder bei Spaziergängen Ausschau zu halten. Die Suche muss schnell gehen, damit das Gestein aus dem All nicht zu lange den Widrigkeiten auf der Erde ausgesetzt ist und noch wertvolle Informationen für Forscher liefern kann. 

Allerdings gibt es seitens Vigie-Ciel strenge Regeln für Sammler. Die gezielte Suche wird von einem koordinierten und speziell ausgebildeten Team durchgeführt. Dazu gehört es, keine Magneten mit sich zu führen, wie es Meteoritensammler manchmal tun. Damit würde man das "magnetische Gedächtnis" des Gesteins löschen, schreibt Mickael Wilmart von Vigie-Ciel.

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