Science
26.03.2012

Audi plant Autopiloten für Staus und Parken

Der deutsche Autohersteller hat am Donnerstag auf der CeBIT seine Vision vom intelligenten Fahrzeug der Zukunft präsentiert. Die bereits vorhandenen Assistenzsysteme sollen weiter ausgebaut werden. Schließlich sollen Fahrzeuge mit einem Autopiloten ausgestattet werden, der das Auto in Stausituationen übernimmt oder etwa selbstständig einparkt. Wann die Technologie eingeführt wird, hängt auch von gesetzlichen Bestimmungen ab.

Die geplante Autopilot-Funktion baut auf die bereits existierende "Stop & Go"-Technologie von Audi auf, die schon jetzt den Fahrer bei der Abstands- und Geschwindigkeitsregelung unterstützt. Zusätzlich zu den zwei Radarsensoren, die das Fahrzeug-Vorfeld in einem Winkelfeld von 35 Grad und bis zu 250 Meter Länge erfassen, beobachtet eine Videokamera mit breitem Öffnungswinkel die Linien auf der Fahrbahn. Objekte wie andere Fahrzeuge, Fußgänger und Leitplanken werden automatisch erkannt. Acht Ultraschall-Sensoren überwachen die Zonen direkt vor dem Auto und an seinen Ecken.

Verkehrsüberwachung

Wenn der Autopilot aktiviert ist, wird die Geschwindigkeit des eigenen Autos und der Fahrzeuge im Umfeld ständig ausgewertet. Neben dem Fahrzeug unmittelbar vor dem eigenen Auto bilden die Radarsensoren auch weitere Fahrzeuge ab. Dadurch kann das System auch einen Fahrkorridor ohne Spurmarkierungen erkennen. Der Stauassistent soll bei Geschwindigkeiten zwischen 0 und 60 km/h aktiviert werden können und eigenständig beschleunigen, bremsen und lenken. Autofahrer wiederum können die unliebsame Stauzeit für produktivere Dinge, wie Videokonferenzen, mobiles Arbeiten oder Internet-Surfen nutzen.

Neben Stau- bzw. Schrittverkehr-Situationen soll der Autopilot zukünftig auch beim Parken zum Einsatz kommen. Anders als beim bisherigen System, das den Fahrer bereits unterstützt, sieht das weiterentwickelte Audi-Konzept das komplett eigenständige Ein- und Ausparken des Autos vor. Ist die Lücke zu eng, kann der Fahrer auch aussteigen und mittels Funkschlüssel oder Smartphone die Anweisung geben. Mithilfe der eingebauten Ultraschallsensorik steuert das Auto dann selbstständig in die Parklücke oder Garage, stellt bei der Endposition den Motor ab und verriegelt die Türen. In intelligenten Parkhäusern der Zukunft könnten Autos mit der Technologie überhaupt eigenständig den nächsten freien Parkplatz ansteuern. Zwölf Ultraschall-Sensoren und vier Videokameras überwachen den Parkvorgang.

Einführung nur im Schulterschluss mit der Industrie

Auf die Frage der futurezone, wann ein Autopilot in Serie umgesetzt werden könnte, wollte sich Audi-Elektronikchef Ricky Hudi nicht festlegen. "Unsere Vision für die kommenden Jahre ist klar abgesteckt und auch technologisch ist im Prinzip alles vorbereitet", so Hudi. Damit eine derartige Autopilot-Lösung im Markt umgesetzt werden könne, müssten aber erst die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Und die könnten nur mit der gesamten Industrie entwickelt werden. "Audi wird das selbstfahrende Auto der Zukunft sicher nicht alleine umsetzen können. Das wird nur gehen, wenn wir gemeinsam mit den anderen Herstellern an einem Strang ziehen." Abgesehen davon gelte aber in Zukunft wie jetzt immer noch: "Wenn ich Spaß haben will, fahr ich selber."

Mehr zum Thema