A self-driving GM Bolt EV is seen during a media event where Cruise, GM's autonomous car unit, showed off its self-driving cars in San Francisco

© REUTERS / ELIJAH NOUVELAGE

Science
11/19/2019

Autonome Autos lernen rücksichtsloses Fahrverhalten kennen

MIT-Forscher bringen autonomen Autos bei, wie sich egoistische Autofahrer verhalten, damit sie besser mit ihnen umgehen können.

Bis wir ausschließlich autonome Autos auf unseren Straßen haben werden, könnte es laut zahlreichen Experten noch einige Zeit dauern. „Das Automobil hat 60 Jahre gebraucht, um weltweit 50 Millionen Nutzer zu haben“, erklärt Thomas Stottan, CEO von Audio Mobil Elektronik. Beim Internet hätte dies nur drei Jahre gedauert, doch die Automobilbranche würde in anderen Zyklen denken.

Lange Zeit werden selbstfahrende Autos daher mit von Menschen gesteuerten Fahrzeugen co-existieren müssen. Forscher am Computer Science and Artificial Intelligence Laboraratory (CSAIL) des MIT untersuchen daher, wie autonome Fahrzeuge egoistische und rücksichtslose Fahrer erkennen können, um selbst entsprechend handeln zu können. Künstliche Intelligenz geht prinzipiell nämlich davon aus, dass sich alle Menschen gleich verhalten und ihr Verhalten vorhersehbar sei und rational erklärbar, heißt es in einem Bericht von engadget.

Unterschiedliches Verhalten

Doch gerade beim Autofahren ist das nicht so. Fahrer, die es etwa eilig haben, verhalten sich im Straßenverkehr komplett anders als jene, die per se defensiv fahren. Daher müssen selbstfahrende Autos lernen, wie unterschiedlich sich andere, menschliche Fahrer auf der Straße verhalten können, damit sie besser auf sie reagieren können. Dazu werden Werkzeuge aus der Psychologie eingesetzt, um menschliche Fahrer in rücksichtsvolle und rücksichtslose einteilen zu können.

Autonome Autos könnten dann besser beurteilen, wenn jemand ohne große Ankündigung die Spur wechseln will, oder abbiegen möchte, ohne ein Zeichen zu geben. Diese Fähigkeiten zu lernen, ist für die Sicherheit im Straßenverkehr in Zukunft essenziell. „Mit und rund um Menschen zu arbeiten, bedeutet, ihre Intentionen besser zu verstehen und damit ihr Verhalten“, sagt Wilko Schwarting, Hauptautor des Forschungspapiers.

In den USA gab es bereits einen Unfall mit einem selbstfahrenden Uber-Auto, das eine Fußgängerin nicht erkannt und tödlich erfasst hatte. In weiterer Folge der Studie stehen daher auch das Verhalten von unachtsamen Fußgängern, Radfahrern – oder Robotersystemen am Programm. Noch können die Forschungsergebnisse nicht in selbstfahrende Autos implementiert werden. Dazu müssen noch weitere Tests durchgeführt werden.