Science
25.01.2018

Blutzuckermessende Kontaktlinse jetzt mit Tragekomfort

Smarte Kontaktlinsen gelten als vielversprechend, waren bislang aber oft unangenehm zu tragen. Koreanische Forscher haben eine weichere Version entwickelt.

Smarte Kontaktlinsen sollen in Zukunft neue Möglichkeiten für die Medizin und später vielleicht auch die Unterhaltungsindustrie schaffen. Bislang waren Kontaktlinsen-Prototypen mit aufgebrachten elektronischen Schaltungen prozessbedingt aber hart und damit unangenehm für die potenziellen Träger. Südkoreanische Forscher ist in diesem Bereich jetzt ein Fortschritt gelungen, wie engadget berichtet.

Weich und resilient

Sie haben eine smarte Linse entwickelt, die den Blutzuckergehalt ihrer Träger messen kann und dabei trotzdem weich genug ist, um komfortabel auch für längere Zeiträume genutzt zu werden. Das funktioniert, indem die Elektronik in abgetrennte Bereiche aufgeteilt wird, die durch flexible Leiterbahnen verbunden werden. Dadurch lässt sich die Schaltung auf weichen Materialien realisieren. Die Linse bleibt weich, durchsichtig und trotzdem widerstandsfähig. So könnten sich in Zukunft auch Miniaturbildschirme auf angenehm zu tragenden Linsen realisieren lassen.

Laut den Forschern kann die Linse auch mit Pinzettengriff aus dem Auge geholt werden, ohne dass die Elektronik bei Verformung Schaden nimmt. Dem Träger singanlisiert die Linse durch eine LED, ob die Werte in Ordnung sind. Solange der Blutzucker innerhalb bestimmter Parameter liegt, leuchtet die LED im Sichtfeld auf. Wenn es zu Abweichungen kommt, erlischt das Licht. Die Stromversorgung erfolgt über eine miniaturisierte Antenne aus Nanofasern, die Energie von einer Magnetspule in der Nähe aufnehmen kann. Das schränkt den Nutzen derzeit noch ein, weil die Spule nah an der Linse liegen muss, damit die Stromübertragung funktioniert. Ein Autor der Studie sagt, dass er mit einer kommerziell verwertbaren Version in etwa fünf Jahren rechnet, wie ieee.org berichtet.