Der Weltraumbahnhof in Jiuquan ist Ausgangspunkt für Chinas nächsten Schritt in Richtung Raumstation
© dapd/DLR

Raumfahrt

China will Weltraumlabor Tiangong-2 starten

Mit dem Start des Weltraumlabors Tiangong-2 will China einen weiteren großen Schritt in Richtung einer eigenen Weltraumstation machen. Um 22:04 Uhr lokaler Zeit (16:04 in Österreich) soll das Labor von Jiuquan aus an Bord einer Langer-Marsch-2FT2-Rakete in den Erdorbit geschossen werden. Das 8,5 Tonnen schwere und 10,4 Meter lange Raumschiff soll zunächst in einer Höhe von 380 Kilometer geparkt werden. Anschließend wird das Labor auf eine Umlaufbahn von 393 Kilometer gehoben, berichtet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

In der endgültigen Position soll das Weltraumlabor in vier bis sechs Wochen Besuch von einem Shenzhou-11-Raumschiff erhalten. An Bord werden sich zwei Taikonauten (die chinesische Version von Astronauten) befinden. Sie sollen ein Monat lang im Tiangong-2 (übersetzt: himmlischer Palast) verbringen und dort unter anderem an den Bereichen Quantenübertragung, Atomzeitmessung und Solarstürmen forschen. Der Vorgänger von Tiangong-2, Tiangong-1, wurde von 2011 bis 2013 als kleine Raumstation genutzt.

Raumstation

Wie Ars Technica berichtet, sollen die Erfahrungen mit Tiangong-2 nicht zuletzt beim Aufbau einer eigenen chinesischen Raumstation helfen. Diese soll im kommenden Jahrzehnt entstehen und mehrere Module umfassen. Insgesamt soll die Raumstation rund 60 Tonnen Masse haben. Die ISS ist mit 420 Tonnen weit größer, allerdings ist ihr Betrieb über das Jahr 2024 hinaus nicht gesichert. Die NASA will die ISS möglicherweise privatisieren.

China hat bereits einige europäische Raumfahrtagenturen eingeladen, die geplante Raumstation Mitte der 2020er-Jahre zu besuchen. Auch an einer Zusammenarbeit mit den USA ist China interessiert. Der NASA wurde die Kollaboration mit China allerdings vom US-Kongress verboten.

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David Kotrba

Ich beschäftige mich großteils mit den Themen Mobilität, Klimawandel, Energie, Raumfahrt und Astronomie. Hie und da geht es aber auch in eine ganz andere Richtung.

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