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Science
07/13/2020

Corona verursacht Blutgerinnsel in nahezu allen Organen

US-Pathologen haben bei Autopsien von COVID-19-Opfern einen starken Anstieg von Blutgerinnseln im menschlichen Körper festgestellt.

Autopsien von Patienten, die an COVID-19 gestorben sind, haben einen "dramatischen" Anstieg von Blutgerinnseln gezeigt. Diese betreffen große und kleine Blutgefäße und fast jedes Organ im menschlichen Körper,  sagt die New Yorker Pathologin Amy Rapkiewicz.

"Wir haben die Blutgerinnsel zunächst nur in der Lunge vermutet, wir haben sie aber in fast jedem Organ gefunden, das wir untersucht haben", sagt Rapkiewicz zum US-Sender CNN.

Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichte die Leiterin der Pathologie am Langone Medical Center der New York University im Fachjournal The Lancet.  

Knochenmarkszellen in vielen Organen

Bei den Autopsien machten die Forscher um Rapkiewicz noch eine weitere Entdeckung. Sie fanden blutbildende Zellen im Knochenmark, sogenannte Megakryozyten, die üblicherweise nur in den Knochen und der Lunge zirkulieren, auch im Herz, den Nieren, der Leber und anderen Organen. Insbesondere im Herzen würden Magakaryozyten Blutplättchen produzieren, die maßgeblich an der Blutgerinnung beteiligt seien, sagt Rapkiewicz.

Überrascht waren die Pathologen laut CNN auch über etwas, das sie nicht fanden. Am Anfang der Pandemie sei man davon ausgegangen, dass das Virus auch Herzmuskelentzündungen hervorrufen würde, sagt Rapkiewicz. Bei den Autopsien sei aber nur eine geringe Anzahl solcher Entzündungen zu sehen gewesen.

Die Studie der US-Pathologin soll zum Verständnis menschlicher Abwehrreaktionen gegen das Coronavirus beitragen. Bislang wurden weltweit mehr als 12,2 Millionen Leute mit dem Virus infiziert. Mehr als 550.000 Menschen sind daran gestorben.