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Science
09/07/2020

Coronavirus: Herz und Lunge können lange geschädigt bleiben

Forscher haben Langzeitfolgen in Herz und Lunge bei COVID-19-Patienten festgestellt. Bei vielen verbesserte sich der Zustand aber.

Die Lunge kann auch viele Wochen nach einer Corona-Infektion noch beeinträchtigt sein. Das haben Ärzte bei der Langzeituntersuchung von COVID-19-Patienten in Tirol festgestellt. Demnach können Beschwerden noch viele Wochen lang auftreten. Einen Lichtblick gibt es aber, sagt die Forscherin Sabina Sahanic von der Universitätsklinik Innsbruck. So würden sich die Beeinträchtigungen im Laufe der Zeit verbessern, da es sich "Großteil der Lungenveränderungen um reversible Prozesse" handeln dürfte.

Für die Studie wurden 86 Patienten untersucht, die zwischen April und Juni an der Universitätsklinik in Innsbruck, im St. Vinzenz Spital in Zams und am Rehabilitationszentrum in Münster stationär behandelt wurden. 70 Prozent der Probanden waren Männer, untersucht wurden Menschen im Alter von 50 bis 70 Jahren. Sie waren im Schnitt übergewichtig, 44 Prozent waren vormals Raucher und viele hatten Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes. 20 Prozent der Patienten lagen auf der Intensivstation.

Erhebliche Beeinträchtigung nach 6 Wochen

Nach ihrer Entlassung wurden die Patienten nochmals nach 6, 12 und 24 Wochen untersucht. Insbesondere Atemlosigkeit (50 Prozent) und Husten (15 Prozent) führte auch nach 6 Wochen noch zu anhaltender körperlicher Belastung. Beides ging nach 12 Wochen aber zurück. Bei fast 90 Prozent der Patienten zeigte eine Computertomografie nach 6 Wochen noch Lungenschäden, nach 12 Wochen lag die Zahl nur noch bei 56 Prozent. Hinweise auf fortschreitende Lungenschäden hätten sich nicht gezeigt, so die Forscher. Allerdings müsse sich das in weiteren Untersuchungen noch zeigen.

Ähnliche Ergebnisse konnte auch die Herz-Untersuchung liefern, berichtet der ORF. So wurden nach 6 Wochen bei ungefähr 60 Prozent der Patienten die Diastole (Ausdehnung) der linken Herzkammer gestört, die für die Entspannungs- und Füllphase verantwortlich ist. Zudem gebe es vermehrt Anzeichen auf Blutgerinnsel und Entzündungen. Das sei allerdings normal nach einer schweren Erkrankung und nicht speziell für COVID-19. Auch diese Störung habe sich im Laufe der Zeit verbessert, so die Ärzte.

Spezifische Nachbehandlung

Die Untersuchung zeigte: Desto früher Patienten behandelt wurden, desto geringer fallen die Langzeitschäden aus. Insbesondere dann, wenn der Krankheitserlauf schwer war habe es geholfen, wenn sich die Patienten schnellstmöglich wieder bewegten. Wurden sie beatmet und konnten sich lange Zeit nicht richtig bewegen, verloren sie Muskelmasse. Das erschwere das Atmen, so die Forscher. „Wir konnten in unserer Langzeitstudie sehen, dass sich Patientinnen und Patienten nur langsam erholen. Erste Erfahrungen zeigen, dass die bei der Entlassung aus der Klinik diagnostizierten Beeinträchtigungen der Lungenfunktion durch eine langfristige und spezifische Rehabilitationstherapie deutlich verbessert werden können", erklärt Sahanic.

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