Science
19.06.2018

Erste Tests von Smart-Farming-Daten bringen gute Ergebnisse

Die TU Wien und die BOKU erforschen derzeit gemeinsam, wie man Landwirtschaftsdaten am besten nutzen und verfügbar machen kann.

Im Forschungsprojekt „Farm/IT“ haben sich TU Wien und BOKU zusammengeschlossen, um diese Daten zu sammeln, zu verknüpfen und auf einfache Weise verfügbar zu machen. Das Projekt soll dabei helfen, dass künftig wichtige Entscheidungen datenbasiert getroffen werden, um die Landwirtschaftsproduktion effizienter, produktiver und umweltfreundlicher zu gestalten.

Nicht nur Intuition

Dabei werden etwa auch mit dem Computer Felder simuliert. „Wer seit vielen Jahren Landwirtschaft betreibt, hat natürlich selbst einen reichen Erfahrungsschatz und trifft viele Entscheidungen intuitiv richtig. Aber heute hat die moderne Landwirtschaft ein Maß an Komplexität erreicht, dass Bauchgefühl alleine oft nicht mehr ausreicht“, sagt Thomas Neubauer vom Institut für Information Systems Engineering der TU Wien.

Er leitet den IT-Aspekt des Projekts, sein Kollege Prof. Ahmad Manschadi von der Universität für Bodenkultur ( BOKU) leitet den agrarwissenschaftlichen Teil. Das Ziel ist, Daten aus ganz unterschiedlichen Quellen zu integrieren, um möglichst genaue Simulationen zu ermöglichen. Damit lässt sich viel besser planen – von der Auswahl der passenden Pflanzen bis zum exakten Erntezeitpunkt.

Prognosen erfolgreich

Das Projekt läuft noch bis 2021, doch in vielen Bereichen ist es bereits gelungen, durch Computer-Tools wertvolle Prognosen zur Verfügung zu stellen: Mit Hilfe von Pflanzenwachstumsmodellen und Satellitendaten lässt sich das aktuelle Entwicklung der Kulturpflanzen erfassen, sodass man den Ertrag und den optimalen Erntezeitpunkt vorherberechnen kann. Spektralsensoren geben Auskunft, wann man am besten mit Stickstoff düngen soll. Der Computer kann verschiedene Fruchtfolge-Szenarien miteinander vergleichen und die optimalen Kulturpflanzen für ein bestimmtes Feld vorschlagen.

Dabei geht es nicht nur um Effizienz, sondern auch der Umweltgedanke findet – aufgrund von Förderanreizen - Einzug beim Test. So lässt sich berechnen, wieviel CO2-Ausstoß verursacht wird, wieviel Wasser verbraucht wird und wie groß die abgegebene Menge an Nitraten ist. „Wer Landwirtschaft betreibt, steht heute immer öfter vor dem Problem, solche Umweltdaten angeben zu müssen, etwa um öffentliche Förderungen zu erhalten“, sagt Manschadi von der BOKU.