© Stephen Douglas Atkinson

Science
02/26/2020

Erstes Tier entdeckt, das keinen Sauerstoff benötigt

Forscher haben erstmals ein mehrzelliges Lebewesen entdeckt, das zum Überleben nicht atmen muss.

Das Leben auf der Erde ist untrennbar mit Sauerstoff verbunden - dachte man zumindest bisher. Denn Forschern der Tel Aviv University ist nun eine sensationelle Entdeckung gelungen. Sie fanden heraus, dass es offenbar auch mehrzellige Lebewesen gibt, die nicht notwendigerweise "atmen" müssen bzw. Sauerstoff zum Überleben brauchen. Verantwortlich für diese spektakuläre Erkenntnis ist ein quallenartiger Parasit, der verbreitet in Lachsen vorkommt.

Lebewesen ohne Sauerstoff

Dabei handelt es sich um den Parasiten namens "Henneguya salminicola". Den Wissenschaftlern zufolge hat der Mehrzeller die Fähigkeit Sauerstoff zu atmen komplett verloren, wie diese im Wissenschaftsjournal PNAS beschreiben. Abgesehen von einigen Einzellern, die in extrem sauerstoffarmen Umgebungen überleben können, waren bisher keine Mehrzeller bekannt, die über einen längeren Zeitraum völlig ohne Sauerstoff auskommen.

Woher der Parasit ohne Sauerstoff seine Energie hernimmt, ist aktuell noch unklar. Diese dürfte er wohl dem Wirten - Lachsen - entziehen. Wie er das aber genau macht, sollen weitere Forschungarbeiten ergeben. Faktum ist aber, dass der Parasit Strukturen aufweist, die wie Mitochondrien aussehen, aber keine mitochondrische DNA beinhalten. Die Enzyme, mit denen aus Sauerstoff Adenosintriphosphat hergestellt werden kann, den alle lebenden Zellen als Energieträger benötigen, fehlten schlichtweg.

Neuer Zugang zu außerirdischem Leben

Die Entdeckung, dass Sauerstoff eben nicht zwangsläufig der Schlüssel für tierisches oder pflanzliches Leben sein muss, würde unsere Sicht auf die Existenz von Lebensformen dramatisch verändern, sind sich die Wissenschaftler einig. Auch auf der Suche nach außerirdischem Leben könnte die Entdeckung eine völlig neue Herangehensweise einläuten.