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Raumfahrt

Test von autonomem ESA-Raumschiff IXV verlief erfolgreich

Die ESA hat am Mittwoch erstmals ihr neues Raumschiff Intermediate eXperimental Vehicle - kurz IXV - im Weltall getestet. Bei dem Test hat IXV einen Flug zurückgelegt, der bis in eine Höhe von 450 Kilometer über dem Erdboden führte. Danach erfolgte der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, bei der das Raumschiff eine Geschwindigkeit von rund 27.000 km/h erreichte. Die Außenhülle wurde dabei bis zu 1.600 Grad Celsius heiß. Bei dem Test ging es vor allem darum, wie gut IXV diese extremen Bedingungen verkraftet.

Die ESA übertrug die Mission per Livestream. Der ursprüngliche Start war für 14:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit angesetzt, wurde jedoch verschoben. Der nächste Starttermin um 14:40 Uhr (13:40 UTC) verlief erfolgreich. Von da an gab es keinerlei Abweichungen vom Missionsplan.

Space Shuttle ohne Flügel

Das IXV ist Teil der Bemühungen der europäischen Raumfahrtagentur, ein Raumschiff zu entwickeln, das künftig Fracht oder sogar Astronauten in den Erdorbit und wieder zurück zur Erde befördert und danach weiterverwendet werden kann - ähnlich einem Space Shuttle. Im Gegensatz zu den großen, mittlerweile ausrangierten NASA-Raumtransportern ist IXV aber wesentlich kleiner. Das Raumschiff ist 5,5 Meter lang, 2,2 Meter breit und 1,5 Meter hoch.

Das Besondere an IXV ist seine Bauweise. Das Raumschiff besteht großteils aus Kohlefaser. Selbst der Hitzeschild wird mit Platten aus diesem Material anstatt den bisher üblichen Keramikfliesen gefertigt. IXV besitzt keine Flügel, stattdessen ist der Raumschiff-Körper so geformt, dass er genügend Auftrieb während des Wiedereintritts erzeugt. Zum Manövrieren dienen lediglich zwei steuerbare Klappen am Raumschiff-Heck sowie eine Reihe von Steuerdüsen.

ESA IXV Experimental-Raumschiff

Auf sich selbst gestellt

Den gesamten Flug sollte IXV völlig autonom bewältigen. Das Raumfahrzeug wurde also nicht ferngesteuert. Alle Flugphasen wurden von der Steuerelektronik an Bord überwacht. Zur Analyse der Leistung befanden sich zudem mehr als 300 Sensoren an Bord. Ein großer Teil davon wurde am Hitzeschild untergebracht.

Der Flug selbst startete am ESA-Raumflughafen in Kourou (Französisch-Guyana), führte dann Richtung Osten und endete im Pazifik. Dort wartete das Spezialschiff "Nos Aries", um das Raumschiff, das in der letzten Flugphase an Fallschirmen ins Meer gleitet, zu bergen. Die gesamte Mission dauerte nur 100 Minuten lang. Die Flugbahn des Raumschiffs wurde von zwei ESA-Radioteleskopen in Afrika verfolgt. Die Missionskontrolle saß im italienischen Turin.

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David Kotrba

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