Science
07.03.2017

Europäischer Beobachtungs-Satellit "Sentinel-2B" gestartet

Der Satellit soll mit seinem Schwester-Trabanten 2A künftig alle fünf Tage aktuelle Bilder von der Erdoberfläche liefern. Darüber können sich unter anderem Landwirte freuen.

Der fünfte europäische Erdbeobachtungs-Satellit Sentinel-2B ist in Französisch-Guyana erfolgreich gestartet. Pünktlich um 2.49 Uhr deutscher Zeit hob die für kleinere Satelliten konzipierte Vega-Rakete auf dem Weltraumbahnhof im südamerikanischen Kourou ab. Fast genau eine Stunde später wurde der Satellit in seiner Umlaufbahn 786 Kilometer über der Erde ausgesetzt.

Gemeinsam mit dem baugleichen Sentinel-2A soll das Gerät Bilder von Landmassen, Inseln und Küstengebieten liefern. Beide Satelliten zusammen sollen künftig die gesamte Erdoberfläche innerhalb von fünf Tagen einmal abtasten. Bisher dauerte das zehn Tage. Ein Satellit kann dabei Streifen mit einer Breite von 290 Kilometern aufnehmen, die Auflösung liegt zwischen zehn und sechzig Metern.

Das Copernicus-Programm, zu dem die Sentinels (Wächter) gehören, wird aus dem EU-Budget - also indirekt von den 28 Mitgliedsstaaten - und von den 22 Mitgliedsländern der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) finanziert. Die Daten sind für Nutzer kostenfrei verfügbar.

Was machen die Satelliten

Das europäische Copernicus-Programm sammelt umfassende Daten über Entwicklungen auf der Erde. Die Informationen sollen Politikern bei Entscheidungen über Strukturmaßnahmen genauso verlässlich und dauerhaft zur Verfügung stehen wie Unternehmern, Landwirtschaft oder Wissenschaftlern. Aber auch die Überwachung von Grenzen könnte für Staaten einfacher werden.

Das nach dem Mathematiker und Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473-1543) benannte Programm stützt sich auf Informationen von vierzehn eigenen Satelliten der Reihe „Sentinel“ („Wächter), anderen Raumfahrtprojekten sowie Daten von Messballonen, Flugzeugen, Wetterstationen, Flusspegeln oder Messbojen.

Informationen liefert Copernicus bereits zur Landüberwachung mit Angaben etwa zu Vegetation, Bebauung oder Gewässern. Zudem geht es um Katastrophen- und Krisenmanagement. Hinzu kommen künftig Daten zur Überwachung der Atmosphäre oder des Klimawandels.