Symbolbild eines Roten Zwergs

© NASA

Science

Potenziell bewohnbarer Exoplanet entdeckt

Nur 105 Lichtjahre von der Erde entfernt befindet sich LP 890-9. Der Rote Zwerg ist auch als TOI-4306 bekannt – und seit Kurzem als der zweitkühlste Stern, der ein Planetensystem hat.

Das Besondere daran ist, dass einer der Exoplaneten potenziell lebensfreundliche Bedingungen hat. Dies hat ein Forschungs-Team in einer aktuellen Studie veröffentlicht.

Entdeckung auf den zweiten Blick

Das Weltraumteleskop TESS hat bei dem Stern den Exoplaneten LP 890-9b entdeckt. Das hat das Forschungsteam zum Anlass genommen, den Stern nochmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Tatsächlich wurde dabei ein weiterer Planet entdeckt, LP 890-9c. Und genau dieser ist ein aussichtsreicher Kandidat, um Leben im All zu finden.

Die Entdeckung war kein Zufall. TESS nutzt die Transitmethode, um Lichtveränderung vor tausenden Sternen gleichzeitig zu beobachten. Wird ein Stern kurz dunkler, könnte das daran liegen, dass ein Exoplanet vor ihm vorbeigezogenen ist. Kühle Sterne, wie LP 890-9, strahlen einen Großteil ihres Lichts aber im Infrarotbereich aus. Das kann TESS wiederum nur begrenzt mit seinen Messinstrumenten erfassen.

Deshalb gibt es das Forschungsprojekt SPECULOOS. Dieses untersucht mit erdbasierten Infrarot-Teleskopen in Chile und auf Teneriffa kühle Sterne, bei denen TESS Planeten entdeckt hat. Und so wurde schließlich LP 890-9c entdeckt.

Supererde in der habitablen Zone

LP 890-9b ist 30 Prozent größer als die Erde. Er ist näher am Roten Zwerg dran als LP 890-9c: Eine Umrundung des Sterns dauert lediglich 2,7 Erdentage. LP 890-9c ist etwa 40 Prozent größer als die Erde. Er ist weiter weg und braucht 8,5 Tage, um den Stern zu umrunden.

Zum Vergleich: Merkur ist der sonnennächste Planet unseres Sonnensystems. Er benötigt für eine Umrundung 88 Tage. Die Temperaturen an der Oberfläche können am Tag bis zu 430 Grad Celsius und nachts bis zu -170 Grad Celsius erreichen.

Obwohl 890-9c nur 5,6 Millionen Kilometer von seinem Stern entfernt ist (Abstand Sonne – Merkur: 58 Millionen Kilometer), ist er laut dem Forschungsteam in der habitablen Zone. Das heißt: Die Temperaturen seiner Oberfläche ermöglichen, dass flüssiges Wasser über Milliarden Jahre hinweg existieren kann. Das ist möglich, weil der Stern 890-9 an der Oberfläche mit 2.598 Grad Celsius deutlich kühler ist als unsere Sonne (5.900 Grad Celsius).

Nächster Schritt: James Webb

Laut dem Forschungsteam ist 890-9c damit ein heißer Kandidat für weitere Untersuchungen. Auf der Prioritätenliste wird er nur von den 3 Exoplaneten in der habitablen Zone des Sternensytems TRAPPIST-1 übertroffen. Dies ist lediglich 40 Lichtjahre entfernt und kann damit besser erforscht werden.

Im nächsten Schritt soll die Atmosphäre von 890-9c untersucht werden. Dies ist zum Beispiel mit dem James-Webb-Teleskop möglich. Das konnte vor Kurzem erstmals CO2 in der Atmosphäre eines Exoplaneten nachweisen.

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