Europe viewed from space at night with city lights in European Union member states, global EU business and finance, satellite communication technology, 3D render of planet Earth, world map from NASA

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Science

Britische Firma plant Fabriken im All

Das im vergangenen Jahr gegründete britische Unternehmen SpaceForge will Ende nächsten Jahres Satelliten ins All schießen, in denen unter anderem Legierungen, Halbleiter und Medikamente produziert werden sollen, berichtet der Guardian.

Im All gebe es keine Schwerkraft, die sich störend auf das Mischen von Materialien auswirke, es gebe ein reines Vakuum und keine Luftverschmutzung, sagte Firmengründer Josh Western der Zeitung.

Produktion in der Mikrogravitation

Experimente auf der Internationalen Raumstation ISS hätten die Vorteile der Fertigung im Weltraum aufgezeigt, sagte Western. Als Beispiel nannte der die Produktion von Fluroid-Glasfasern in der Mikrogravitation. Während die Signalübertragung bei auf der Erde hergestellten Fluorid-Glasfasern, die in Kommunikationssystemen zum Einsatz kommen, alles andere als gut sei, sei sie bei im All hergestellen Fluorid-Glasfasern kristallklar.

In den ForgeStar genannten Satellitenfabriken des Start-ups könnten solche Materialien problemlos hergestellt werden, sagte Western. Die wiedervertbaren Satelliten des Unternehmens, die in etwa die Größe eines Ofens haben, sollen im erdnahen Orbit in der Höhe von rund 480 Kilometern operieren.

 

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Launch-System von Virgin Orbit

Dort hin gelangen sollen sie mit gängigen Launch-Systemen, wie sie etwa das Weltraumunternehmen Virgin Orbit entwickelt. Dabei werden kleine Raketen mit Jumbo-Jets in die obere Atmosphäre befördert und dann ins All abgefeuert.

Die ForgeStare-Raumschiffe sollen ein bis 6 Monate lang die Erde umkreisen, während Robotersysteme im Inneren Materialien und Medikamente produzieren.

Millionen-Finanzspritze

Unterstützt wird das Unternehmen bereits von der britischen Raumfahrtagentur und der ESA. Diese Woche soll eine weitere Finanzspritze in der Höhe von 7,5 Millionen britischen Pfund (rund 8,8 Mio. Euro) bekanntgegeben werden. Das Geld kommt von internationalen Investoren, darunter der deutsche World Fund, der sich auf die Finanzierung grüner Technologien spezialisiert hat.

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