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Science
06/01/2020

Gebrauchte Masken werden zur tickenden Zeitbombe

Schutzmasken sollten die Corona-Verbreitung eigentlich eindämmen. Sie werden nun aber zunehmend zu einem Problem.

Schutzmasken gelten laut vielen Forschern als effiziente Maßnahme, um andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen und so eine unkontrollierte Verbreitung zu verhindern. Als zunehmendes Problem erweist sich nun allerdings der Berg an Wegwerfmasken, die im Müll oder auch in der Umwelt landen und so Menschen, aber auch Ökosysteme gefährden. Einem Bericht von Euronews zufolge sind Reinigungskräfte in vielen Ländern dem Kontakt mit kontaminierten Masken ausgesetzt. Im schlimmsten Fall kann das Virus so sogar weiterverbreitet werden.

Masken auf der Straße

So kämpft man etwa im größten Recyclingzentrum von Lissabon damit, dass Masken und Handschuhe nicht ordnungsgemäß entsorgt werden und dann im Sortierzentrum landen. In einem Test über einen Zeitraum von zwei Stunden seien drei Säcke mit Masken und Handschuhe gefüllt worden. Und auch in Frankreich mehren sich Berichte, wonach die Masken achtlos auf Gehsteigen landen und so andere Passanten, aber vor allem Reinigungspersonal gefährden. Gebrauchte Masken sollten in einen Plastikbeutel gelegt werden und nach 24 Stunden im Müll landen, rät etwa der Pariser Abgeordnete Paul Simondon.

Wie gefährlich kontaminierte Masken sind, hängt auch von den jeweiligen Müll- und Recyclingabläufen in verschiedenen Ländern und den Schutzmaßnahmen von Mitarbeitern ab. In Wien etwa hält die MA48 dazu an, Schutzmasken unbedingt im Restmüll und nicht im Altpapier zu entsorgen. Auch gilt die Empfehlung weiterhin, Masken und Handschuhe zusätzlich in einem separaten Plastiksack in die Restmülltonne zu geben. Auch in Deutschland wird darauf hingewiesen, dass Masken im Restmüll landen müssen und nicht etwa im Papier- oder Verpackungsmüll (Plastik) landen.

Verschmutzte Gewässer

In Ländern, die ohnehin ein Müllproblem haben, landen die Schutzmasken immer häufiger in der Umwelt. In Guatemala etwa tauchen diese in Flüssen oder dem mit Müll verseuchten Amatitlán-See auf. Neben hygienischen Problemen verschärft die Flut an nur einmal gebrauchten Masken die Verunreinigung von Gewässern und anderen Ökosystemen. Weltweit gibt es deshalb den eindringlichen Appell, auf Wegwerfmasken generell zu verzichten und lieber Stoffmasken zu verwenden. Diese sollten zur Desinfektion mit 60 Grad gewaschen oder heißt gebügelt werden.