Science
03.07.2014

HTL hat eigenes Solarkraftwerk am Schuldach

Am Dach der Höheren Technischen Bundeslehranstalt (HTL) Wien in der Ettenreichgasse in Favoriten gibt es ein Solarkraftwerk. Auch die Schüler dürfen mit eigenen Paneelen experimentieren.

Solar-Paneele wo das Auge hinschaut – das ganze Dach der Favoritner HTL ist voll damit. Die Ende Mai neu installierte Photovoltaik-Anlage mit insgesamt 1020 Paneelen, die von Wien Energie betrieben wird und die im Kooperation mit der HTL und dem BIG entstanden ist, verfügt über eine Leistung von insgesamt 255,25 Kilowattpeak (kWp). Sie ist damit eine der größten Aufdach-Anlagen in Wien und entspricht der Versorgung von insgesamt 100 Haushalten jährlich.

Bürger-Solarkraftwerk

Die einzelnen Paneele sind im Besitz der Bürger, denn Wien Energie hat am Dach der HTL sein erfolgreiches Modell der Bürger-Solarkraftwerke fortgesetzt. Auch die Paneele, die auf dem Schuldach installiert wurden, waren binnen eines Tages ausverkauft. Die sauber produzierte Energie wird ins Stromnetz eingespeist, die Anlage von Wien Energie gewartet.

Doch auch die Schule profitiert von der Photovoltaik-Kooperation mit Wien Energie. An der Favoritner HTL gibt es nämlich einen eigenen Lehrgangszweig „Nachhaltiges Energiemanagement“, der im Bereich der Elektrotechnik angesiedelt ist. „Wir haben von Wien Energie eigene Paneele zur Verfügung gestellt bekommen sowie einen Wechselrichter, die wir selbstständig verarbeiten dürfen“, erklärt der Schuldirektor, Stefan Wenka im Gespräch mit der futurezone.

Solarpaneele für Unterricht

Diese Paneele sollen von den Schülern im Rahmen des Unterrichts selbstständig auf- und wieder abgebaut werden. „Jeder künftige Absolvent muss die Anlage einmal selbstständig aufgebaut und konzipiert haben“, erklärt Ewald Gauster, Klassenlehrer derjenigen Schüler, die ab dem kommenden Schuljahr als erste in diesen Genuss kommen werden.

Zusätzlich zum Aufbau der Anlage werden die Daten, die daraus generiert werden, von den Schülern direkt ausgewertet. „Im Rahmen der Labor-Arbeit werden die Daten besprochen. Hier wird etwa analysiert, wie sich Wolken auf die erzeugte Energie auswirken, oder aber etwa die Positionierung von Solar-Anlagen in andere Himmelsrichtungen außer Süden“, erzählt Gauster. „Wir haben daher einen großen Nutzen von der Anlage“.

Praxisnaher Unterricht

„Wir wollen die zukünftige Technikergeneration schon früh für nachhaltiges Energiemanagement, Energiesparen und für Photovoltaik mit ihrer wirtschaftlichen Komponente sensibilisieren. Die Sonnenstromerzeugung auf unserem Schuldach ermöglicht praxisnahen Unterricht. Unsere Schüler haben die Möglichkeit, diese saubere Technologie hautnah zu erleben und zu studieren“, fügt Direktor Wenka hinzu.

Die Schule hatte auch bisher bereits eine kleine Photovoltaik-Anlage am Dach – die ist allerdings schon in die Jahre gekommen, verfügt über weniger Leistungskapazität und ist seit 25 Jahren vorhanden. 25 Jahre werden immer wieder als maximale Lebensdauer von Photovoltaik-Anlagen genannt. „Wir können bestätigen, dass die Anlage so lange durchhält. Allerdings gab es nach rund 20 Jahren einen ersten, kleinen Leistungsabfall bei den Zellen“, erzählt Gauster beim futurezone-Besuch am Dach. Jetzt können die Schüler auch die Leistungen miteinander vergleichen.

Gute Jobchancen für Absolventen

Die HTL in Favoriten ist eine der wenigen Schulen, die sich auf „Nachhaltiges Energiemanagement“ konzentriert hat. „Unsere Absolventen sind sehr gefragt, es gibt eine Jobgarantie“, so Wenka. Jährlich schließen den Elektrotechnik-Schwerpunkt etwa zehn bis fünfzehn Maturanten ab. „Man hat Top-Berufschancen nach dieser Ausbildung“, ist Schüler Kristian überzeugt.

„Die Spezialisierung auf den Bereich Umwelt ist ein wichtiges Thema“, erklärt Schüler Janneck, der schon immer unbedingt Techniker werden wollte. „Elektrotechnik hat mich am meisten interessiert.“ Schülerin Diana findet Umwelt und saubere Energieerzeugung ebenfalls „wichtig“. „Was bringt Energie, wenn man sie nicht genießen kann?“ Schülerin Norhan fügt hinzu: „Auch Frauen wollen die Welt positiv verändern“. Insgesamt gibt es vier Mädchen in der Klasse, die sich auf Elektrotechnik spezialisiert haben.

Auch für Wien Energie ist die Kooperation mit der HTL eine gute Sache. „Damit schaffen wir auch einen Mehrwert für uns: Wir bauen nicht nur unseren Anteil an erneuerbaren Energien weiter aus, sondern tragen auch dazu bei, dass die HTL-Absolventen ein hohes Ausbildungsniveau erreichen. Schließlich sind das unsere zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Wien Energie-Geschäftsführerin Susanna Zapreva.

Disclaimer: Der Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit Wien Energie.