Science
20.10.2018

Karotten sollen Beton stabiler und ökologischer machen

Kleine Karottenpartikel könnten künftig Beton beigemischt werden, um die Festigkeit zu erhöhen und den CO2-Ausstoß zu senken.

Eine geringe Menge an kleinsten Partikeln aus Karotten macht Beton um bis zu 80 Prozent stärker. Risse werden durch die Beimischung verhindert und durch die Senkung des Bedarfs an Beton werde auch der CO2-Ausstoß verringert, zu diesem Schluss kamen jetzt Forscher an der britischen Universität Lancaster. Derzeit verursacht Zementherstellung sieben Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes, schätzt die Internationale Energieagentur.

Die Karottenpartikel werden von der schottischen Firma CelluComp hergestellt. CEO Christian Kemp-Griffin erläutert, dass Karotten, die fast zur Gänze aus Wasser bestehen, dank Zellulose trotzdem prall und knackig bleiben. Zellulose gibt es in allen Pflanzen, insbesondere in Holz, aber sie ist aus Gemüse leichter zu gewinnen. Da es weltweit sehr viel Gemüseabfall gibt, sei diese Zellulose eine billige und ökologische Quelle für die Fasern. "Man kann einfach ein paar solche Fasern in andere Materialien stopfen und sie werden zu einem Zusatzstoff, der Leistungsmerkmale erhöht", so Kemp-Griffin.

Schon eine winzige Menge Zellulose verändere die Eigenschaften von Zement, weil sie das Verhalten von Wasser beim Aushärten des Betons verändern. "Es sind nicht die physikalischen Eigenschaften der Faser, die zur Stärkung des Betons führen, sondern die Fähigkeit, Wasser zu binden. Es gibt eine chemische Reaktion zwischen den Fasern und dem Zement." Nun werde auch mit Fasern aus der Zuckerrübe getestet, da bei der Zuckergewinnung riesige Mengen Pulpe übrigbleiben, sagte Mohamed Saafi, Leiter der Forschungsgruppe.