Science
07.09.2018

Magnetische Lava könnte seltsame Mondwirbel verursachen

Frühe Vulkanaktivität auf dem Mond könnte einen der seltenen hellen Mondwirbel verursacht haben.

Seit Jahrzehnten rätseln Forscher, wie der „Swirl“ Reiner Gamma, ein ungewöhnlich heller Bereich auf der Mondoberfläche, entstanden sein könnte. Doch nun will eine Studie der Rutgers University und der University of California eine mögliche Erklärung für die seltenen Mondwirbel liefern. Demnach könnten nahegelegene Lavaröhren und Gesteinsformationen, die durch frühere Vulkanaktivität auf dem Mond geformt wurden, starke Magnetfelder gebildet haben.

Diese Magnetfelder könnten so stark sein, dass sie Sonnenwinde ablenken. Forscher vermuten bereits seit längerer Zeit, dass die Mondoberfläche durch Sonnenwinde über Jahrmillionen stetig dunkler wurde. Mehrere Indizien weisen darauf hin, dass die Magnetfelder durch die frühere Vulkanaktivität entstanden sein könnten. So ergaben Untersuchungen von Mondgestein der Apollo-Missionen, dass diese magnetisch sind. Sobald das Gestein in einer sauerstofffreien Umgebung stark erhitzt (mehr als 600 Grad Celsius) wurde, nahm das Magnetfeld stark zu.

Das sei darauf zurückzuführen, dass sich gewisse Mineralien ab dieser Temperatur aufspalten und Eisen entsteht. Wenn sich ein ausreichend starkes Magnetfeld in der Nähe befindet, wird das Eisen magnetisiert. Nach heutigen Maßstäben wäre das auf dem Mond nicht möglich, da dieser über kein globales Magnetfeld mehr verfügt. Zu dem Zeitpunkt, als es noch Vulkanaktivität gab, dürfte dieses aber noch existiert haben, weswegen beim Aushärten der Lava das dabei entstehende Gestein ein starkes lokales Magnetfeld bildete.

„Das war das letzte fehlende Teil des Puzzles, um den Magnetismus zu verstehen, der diese Swirls verursacht“, so Sonia Tikoo, eine der Autorinnen der Studie.