Science
08/31/2014

Marihuana soll gegen Alzheimer-Krankheit helfen

Laut einer US-amerikanische Studie verlangsamen geringe Dosen des Cannabis-Wirkstoffs THC den Fortschritt der neurodegenerativen Krankheit oder halten ihn gar ganz auf.

Die Studie wurde im Journal of Alzheimer's Disease veröffentlicht. Darin beschreiben Forscher der University of South Florida, dass geringste Mengen von Tetrahydrocannabinol (THC, einer der psychoaktiven Wirkstoffe in Cannabis-Pflanzen) wirksam gegen die Alzheimer-Krankheit sind. Das THC verringert demnach die Produktion des Proteins Amyloid-beta und verhindert dessen Anreicherung im Gehirn. Amyloid-beta-Ablagerungen gelten als Auslöser für die Alzheimer-Krankheit.

Laut den Forschern kann THC nicht nur den Verlauf der Krankheit mildern, sondern diesen vielleicht sogar komplett aufhalten. "THC ist bekannt als wirksames Antioxidans mit neuroprotektiven Eigenschaften, aber unsere Studie ist der erste Hinweis darauf, dass es direkt wirksam gegen die Alzheimer-Krankheit ist. Zudem haben wir beobachtet, dass die eingesetzten extrem geringen THC-Dosen auch die Funktion von Mitochondrien positiv beeinflussen", sagt Studienautor Chuanhai Cao gegenüber rt.com. In den Mitochondrien erzeugen Zellen ihre Energie. Die positiven Effekte auf diese Kraftwerke führen laut den Forschern zu einer besseren Energieversorgung und Signalübertragung im Gehirn.

Jubelstimmung wollen die Wissenschaftler aber trotzdem nicht aufkommen lassen. Sie weisen darauf hin, dass THC auch mit negativen Auswirkungen, wie Schädigung des Gedächtnisses und Auslösung von Psychosen in Verbindung gebracht wird. Zudem sei die rechtliche Situation zu bedenken, da Cannabis und damit THC in vielen Staaten verboten ist. Die Forscher hoffen trotzdem, sichere Medikamente entwickeln zu können.