Science
11.07.2014

"Maschinen reden in Nullen und Einsen miteinander"

Bei der Kinderuni Wien erklärt Telekom Austria Group-Technikvorstand Günther Ottendorfer den sieben bis zwölfjährigen Kindern, wie M2M-Kommunikation funktioniert.

Rund 300 wissbegierige Kinder begrüßen den Technikvorstand von der Telekom Austria Group im Hörsaal 2 des Alten AKH mit dem „Studentenapplaus“, das heißt dem Klopfen auf den Tisch. Ottendorfer beginnt seine rund 50-minütige Technik-Vorlesung: „Kommunikation, das war früher vor allem reden und schreiben. Heutzutage gibt es aber viele anderen Mittel und genau darüber möchte ich euch gerne etwas erzählen.“ Seine Lehrveranstaltung ist Teil des „Studiengangs“ Mathematik und Informatik der Kinderuni und war innerhalb kürzester Zeit ausgebucht.

M2M-Vorlesung auf der Kinderuni Wien

1/5

A1KinderuniM2M_071.jpg

A1KinderuniM2M_025.jpg

A1KinderuniM2M_034.jpg

A1KinderuniM2M_006.jpg

A1KinderuniM2M_072.jpg

Mobiltelefon mit Antenne

Der Technikvorstand erzählt den Kindern, dass es das erste Telefon in der Hofburg im Jahr 1898 gegeben hat, dass 1953 das sogenannte „Vierteltelefon“ eingeführt wurde (immerhin zwei Kinder hatten bereits davon gehört) und in den frühen 1990er-Jahren das „digitale Zeitalter“ angebrochen ist. Ottendorfer zeigt den Kindern ein Mobiltelefon mit ausziehbarer Antenne. Doch wie können eigentlich Maschinen miteinander kommunizieren?

„Maschinen reden in Nullen und Einsen miteinander. Alles wir übersetzt in diesen binären Code. Diese Nullen und Einsen werden über eine Leitung oder ein Funknetz transportiert“, erklärt Ottendorfer den jungen Studierenden. „Wenn der Getränkeautomat feststellt, dass ein Getränk aus ist, kommuniziert der Automat mit der Zentrale, um der mitzuteilen, dass er nachgefüllt werden möchte. All das funktioniert über das Netz in Nullen und Einsen.“

M2M-Projekt in Tirol

Ottendorfer erzählt auch von einem erfolgreichen M2M-Projekt der Telekom Austria Group, den Schneepflügen in Gries am Brenner in Tirol. „Wir haben in die Schneepflüge kleinen Maschinen reingebaut, die feststellen, was die Maschine gerade tut. Diese Infos werden ins Netz übertragen. Als Urlauber kann man dann nachschauen, ob die Straße schon geräumt ist, oder ob noch zu viel Schnee liegt. Oder die Menschen können schauen, ob die Straße zum Supermarkt schon geräumt ist, wenn sie einkaufen wollen.“

Um ein weiteres Beispiel für eine M2M-Anwendung zu bringen, zeigt der Technikvorstand seine Uhr her. „Die Uhr ist mit dem Handy verbunden. Wenn ich eine SMS bekomme, kann ich diese auch auf meiner Uhr lesen“. Ein kritischer Einwand eines Kindes lautete dazu: „Ist das nicht überflüssig? Wozu braucht man das?“ Ottendorfer liefert rasch die Erklärung: „Wenn man gerade mit dem Rad unterwegs ist, kann man schnell auf seiner Uhr nachschauen.“

Kinder über die Zukunft

Doch wie viele Maschinen kommunizieren eigentlich in sechs Jahren miteinander? Diese Frage sollen jetzt die Kinder selbst beantworten. Die Schätzungen lagen zwischen 90.000 bis zu 40 Milliarden. „Das war gar nicht schlecht“, so Ottendorfer, „es werden 50 Milliarden Maschinen sein“. Als nächstes ist die Vorstellungskraft der Kinder gefragt. Sie sollen überlegen, welche Geräte in Zukunft miteinander kommunizieren werden. Häufig genannt werden (fliegende) Autos, U-Boote, Uhren, Flugzeuge, elektrische Drehtüren, Häuser, Raketen, Aufzüge, Lego, Raumstationen und Kühlschränke. Miteinander verbunden werden können künftig, wenn es nach den Kids geht, etwa Autos und Ampeln, Quantencomputer, Feuerlöscher und Feuermelder, iPad und Lampen oder Roboter und die Bettwäsche.

Zwei Drittel der Kinderuni-Besucher glauben, dass künftig in jedem Gegenstand ein kleiner Computer eingebaut sein wird. Genauso viele Kinder sind auch überzeugt davon, dass künftig Roboter alle Arbeiten im Haushalt übernehmen werden. Auf die Frage, ob das Internet in Zukunft eine große Rolle spielen wird, antworten fast alle mit „Ja“. Eine Studierende meint allerdings, dass es „in Zukunft wichtigere Dinge geben wird als das Internet“. Die meisten Kinder, die die Vorlesung von Ottendorfer besuchen, wollen später einmal Technik studieren.

M2M in der Praxis

„Die Kinderuni Wien ist ein großartiges Projekt. Kinder sind sehr aufmerksame und sehr neugierige Zuhörer. Als technikbegeisterter Vater ist es mir ein großes Anliegen, dass ich den Kindern komplexe Themen in einfachen Worten erklären kann und sie dadurch Lust auf Technik bekommen“, erzählt Ottendorfer zu seiner Teilnahme als Vortragender. Nach der Vorlesung von Ottendorfer gibt es M2M auch in der Praxis. Über „Tractive“, ein GPS-Tier-Ortungssystem, wird Hund „Brösel“ gesucht, der sich mit seinem Herrchen im alten AKH versteckt. Die Suchaktion „Wer findet Brösel?“ ist eine konkrete Anwendung von M2M und wird von den Kindern begeistert aufgenommen.

Disclaimer: Der Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit der Telekom Austria Group.