Science
10/13/2014

MIT prophezeit frühe Todesfälle bei Mars One

Studenten des MIT simulierten die Mission von Mars One und kommen dabei zu fatalen Schlussfolgerungen. Mars-One-Gründer Lansdorp wehrt sich gegen diese.

Laut einer Machbarkeitsstudie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) könnte die geplante private Raumfahrtmission Mars One zu einem Desaster werden. Aufgrund aller verfügbarer Daten zu dem Projekt und dem derzeitigen Stand der Raumfahrttechnologie gestalteten vier MIT-Studenten eine Simulation. Dabei zeigte sich, dass es während der Mars-Mission zu frühen Todesfällen kommen könnte. Der erste Tote wäre bereits 68 Tage nach der Landung am Roten Planeten zu beklagen.

Zu viel Sauerstoff

Die Todesursache wäre laut den MIT-Forschern wahrscheinlich eine Übersättigung der Mars-Kolonie mit Sauerstoff. Das Konzept von Mars One sieht vor, dass die Raumfahrer Nahrung mittels Pflanzenzucht erzeugen. Die Produktion von Sauerstoff durch die Pflanzen würde die Atemluft verändern. Bisher gäbe es keine Möglichkeit, den Sauerstoff aus der Atemluft zu extrahieren, ohne dabei auch Stickstoff zu verlieren, meinen die MIT-Forscher.

Mars-One-Gründer Bas Lansdorp kritisierte diese Schlussfolgerung und verwies auf ein Verfahren namens Druckwechsel-Adsorption, mit dem das Extrahieren von Sauerstoff möglich sei. Die MIT-Forscher erwiderten darauf wiederum, dass das Verfahren bisher noch nicht erfolgreich im Weltraum getestet wurde, berichtet CNet.

Zu wenige Ersatzteile

Abgesehen vom Sauerstoff-Problem sieht das MIT auch Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Ersatzteilen. Erfahrungen auf der Internationalen Raumstation (ISS) hätten gezeigt, dass regelmäßige Versorgungsflüge für Reparaturen notwendig seien. Bei Mars One sollen die Abstände zwischen den Versorgungsflügen zwei Jahre betragen. Das Volumen an mitgeführten Ersatzteilen für verschiedenste Systeme müsste also einen größeren Teil des Startvolumens ausmachen als bisher angenommen.

"Ich habe mit sehr erfahrenen Leuten gesprochen, Experten von Unternehmen wie Lockheed-Martin etwa, die mir sagen, dass unsere Technologien funktionieren werden", entgegnet Lansdorp laut Popular Science. "Die Technologien sind ausführlich auf der Erde getestet worden und man versteht sie sehr gut." Die Reparaturen während der Mars-Mission seien laut Lansdorp tatsächlich eine Herausforderung, an der es weiter zu arbeiten gilt.

"Wir glauben nicht, dass das, was wir vorgesehen haben, die beste Lösung ist. Es ist eine gute Lösung", sagt Lansdorp abschließend. Mars One habe bei seinen Machbarkeitsstudien jedenfalls bessere Ergebnisse als das MIT erzielt. Für ausschlaggebend hält Lansdorp weitere Machbarkeitsstudien, die von Aerospace-Unternehmen durchgeführt werden. Im Bewerbungsprozess rund um die ersten Mars-One-Raumfahrer sind unterdessen noch zwei Österreicher im Rennen.