Eine der ersten Sichtungen der Dünen in Finnland, im Oktober 2018

© Pirjo Koski

Science
02/04/2020

Neue Art von Polarlichtern entdeckt

Amateurfotografen haben die Polarlichter erstmals dokumentiert. Sie wurden „die Dünen“ getauft.

Polarlichter haben etwas Magisches. Sie bringen den Nachthimmel zum Leuchten – meist Grün, aber auch Rot und in Violetttönen.

Im Oktober 2018 haben Amateurfotografen in Finnland so ein Leuchten beobachtet, im typischen Grün. Allerdings war etwas anders. Die Polarlichter orientieren sich üblicherweise vertikal. Sie erinnern dabei an Vorhänge, die im Himmel hängen. Diese hatten aber eine horizontale Ausrichtung.

Die Fotografen haben ihre Fotos und Beobachtungen mit der Universität von Helsinki geteilt. Dort wurde bestätigt, dass es sich dabei um eine neue Form von Polarlichtern handelt. Sie wurden „die Dünen“ getauft, weil sie an Wüstensand erinnern.

Die Forscher haben nun einen wissenschaftlichen Bericht veröffentlicht. Darin wird eine Theorie aufgestellt, wie die Dünen entstehen könnten. Sie vermuten, dass es sich dabei um die sichtbare Manifestierung von atmosphärischen Wellen handelt. Diese Wellen entstehen, wenn heiße Luft auf große Objekte, wie Berge, trifft.

Beobachtung möglich

Üblicherweise findet man diese Wellen in einer Höhe zwischen 80 und 120 Kilometern. Dort können sie ua. Satelliten und Raumschiffe beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre beeinträchtigen.

Aufgrund des Polarlichts könne man atmosphärische Wellen nun beobachten, so die Forscher. Dies war bisher nur sehr schwer möglich. Die atmosphärischen Wellen treten nämlich zu hoch auf, um sie mit einem Ballon zu untersuchen und zu niedrig für Satelliten.