© ESA

Science
06/25/2020

Neue Plattform von NASA und ESA zeigt Corona-Auswirkungen

Auf dem Dashboard werden mit Daten und Satellitenbildern die Folgen der Lockdown-Maßnahmen visualisiert.

von Franziska Bechtold

Die europäische Weltraumagentur ESA hat ihr erstmals Anfang Juni vorgestelltes Earth Observation Dashboard gemeinsam mit der NASA und der japanischen JAXA erweitert. Nutzer können anhand von Satellitendaten die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Erde nachvollziehen. Bisher wurden nur Daten für Europa angezeigt, nun sind sie für die ganze Welt verfügbar. 

Das Dashboard enthält Analysedaten, wie sich bestimmte Maßnahmen wie Ausgangssperren und Abstandsregeln auf Luft, Erde und Wasser ausgewirkt haben. Dabei können einzelne Regionen betrachtet werden. Gezeigt wird, wie sie sich im Laufe der Zeit verändert haben.

Wasser in Venedig, Spargel in Brandenburg

Unter "Indicators" können Datensätze zu Umwelt- und Klimafaktoren, Wirtschaft und Landwirtschaft ausgewählt werden. Dort finden sich Informationen zum Verkehrsaufkommen, Lichtverschmutzung, Ernteprodukte, Luftqualität, Treibhausgas und Wasserqualität. Wählt man einen solchen Indikator, öffnet sich ein weiteres Fenster mit zusätzlichen Informationen, Tabellen und einer Karte, mit der man zwei Zeiträume miteinander vergleichen kann.

So sieht man dann etwa, wie sich in Venedig die Wasserqualität oder in Los Angeles die Luftqualität verbessert hat. Bei Fabriken sieht man leere Parkplätze, und wo es erhöhtes Verkehrsaufkommen gab,  etwa durch verstärkte Grenzkontrollen. Für die Landwirtschaft werden ebenfalls Werte angegeben, beispielsweise wie sich die Reisebeschränkungen auf die Spargelernte im deutschen Brandenburg ausgewirkt haben. 

 

Treibhausgas-Emissionen

Eine besondere Herausforderung war das Aufzeigen von Veränderungen bei den CO2-Emissionen, da diese laut Thomas Zurbuchen, Leiter des Wissenschaftsdirektorats der NASA, kurzfristig sichtbar sind. CO2 bleibt, anders als Stickstoff, mehreren Jahrzehnten in der Luft. Daher gebe es stets eine hohe Konzentration des Treibhausgases. In der verhältnismäßig kurzen Zeit seit der Corona-Pandemie seien die Veränderungen nur minimal.

Obwohl die Emissionen des Gases während der Corona-Krise zurückgegangen sind, sei die Konzentration insgesamt trotzdem weiter angestiegen. Um die Veränderungen darstellen zu können, nutzte man daher ein Vergleichsmodell, um die Verringerung der CO2-Emissionen zwischen Jänner und April darzustellen. Die Daten zeigen den deutlichen Rückgang der Emissionen im ersten Quartal 2020. 

Mindestens 17 Satelliten der Sentinel-Missionen, Aura und OCO-2 der NASA, und GOSAT und ALOS-2 von JAXA haben die Wissenschaftler der 3 Agenturen für die Datensammlung genutzt. Wie schon bei der europäischen Version soll auch das internationale Dashboard laufend aktualisiert werden.