© ESO/M. Montargès et al.

Science

Rätsel um mysteriösen Stern Beteigeuze gelöst

Das Rätsel um den flackernden Riesenstern Beteigeuze (Betelsgeuse) dürfte endgültig gelöst sein. Der Stern im Orion-System in der Milchstraße hatte die Wissenschaft durch seine schwankende Leuchtkraft vor ein Rätsel gestellt. Neu veröffentlichte Fotos dokumentieren, wie seine Leuchtkraft zwischen Jänner 2019 und März 2020 zunächst ab- und dann wieder zunahm. Ab April 2020 leuchtete er wieder wie vor dem Ereignis.

Beweis für die Entstehung von Sternenstaub

Während Spekulationen über eine auftretende Supernova bald wieder verworfen wurden, kristallisierte sich bald eine plausible Erklärung für das beobachtete Phänomen. So gingen die Forscher*innen davon aus, dass das Hubble-Teleskop Beteigeuze vermutlich in einer flüchtigen Staubwolke fotografiert hatte, die sich in den darauffolgenden Monaten wieder legte. Die nun veröffentlichten Fotos stützen die Theorie.

Beteigeuze von Anfang 2019 bis März 2020

Das Forschungsteam geht nun in einer Erklärung soweit, dass das Geheimnis um Beteigeuze endgültig gelöst ist. Es führt das Phänomen auf einen Gasausstoß des Sterns zurück, was sich nach einem Abfall der Temperatur auf der Oberfläche in Staub verwandelte und so die Strahlkraft dimmte. Dieser buchstäbliche Sternenstaub, der ins All geschleudert wurde, könne die Grundlage für neue erdähnliche Planeten und Leben werden, heißt es in der Mitteilung.

Beteigeuze wird sogar zu den sogenannten Roten Überriesen gezählt. Der Stern weist im Vergleich zu unserer Sonne etwa die zwanzigfache Masse auf und ist rund tausendmal größer. Wegen seiner Ausdehnung ist die Schwerkraftwirkung auf der Sternoberfläche geringer als auf einem Stern gleicher Masse aber kleinerem Radius.

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Martin Jan Stepanek

martinjan

Technologieverliebt. Wissenschaftsverliebt. Alte-Musik-Sänger im Vienna Vocal Consort. Mag gute Serien. Und Wien.

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