© Teymoor Saifollahi/ NASA/HST

Science
10/14/2020

Rätsel um Galaxie aus 99,9 Prozent dunkler Materie gelöst

Niederländische Forscher haben die Kugelsternhaufen um die Galaxie erneut gezählt.

Seit ihrer Entdeckung im Jahr 2016 sorgt die Galaxie Dragonfly 44 (DF44) für Rätsel. Sie besteht zu 99,99 Prozent aus dunkler Materie, ist aber etwa so massereich wie unsere Galaxie. „Dragonfly 44 war diese ganzen Jahre eine Anomalie, die mit existierenden Models zur Galaxienbildung nicht erklärt werden konnte“, sagt Astronom Teymoor Saifollahi vom Kapteyn Astronomical Insitute in den Niederlanden.

Er und sein Team hat die Galaxie nun erneut untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass die bisherigen Ergebnisse falsch waren. DF44 ist somit nicht mehr außergewöhnlich. Die Studie wurde in The Monthly Notices of the Royal Astonomical Society veröffentlicht. 

"Kosmischer Kleber"

Dunkle Materie zählt zu den Hauptkomponenten der existierenden Modelle zur Galaxienbildung. Sie wird als eine Art „kosmischer Kleber“ gesehen, der Galaxien zusammenhält. 

DF44 ist etwa 330 Millionen Lichtjahre entfernt. Forscher gehen davon aus, dass sie 1.000 Mal weniger Sterne beheimatet als unsere Galaxie. Astronomen der Yale University zählten 2016 die Kugelsternhaufen rund um DF44, das sind Sternhaufen aus einer großen Zahl gravitativ aneinander gebundener Sterne. Sie fanden heraus, dass DF44 etwa so massereich war wie die Milchstraße. Da sie jedoch weniger Sterne hatte, gingen die Forscher von einer dunklen Materie von 99,99 Porzent aus.

Mithilfe des Hubble Space Teleskops wurden diese Kugelsternhaufen nochmals gezählt. Die niederländischen Forscher waren diesmal jedoch strikter in der Bestimmung, welche Kugelsternhaufen tatsächlich zu DF44 gehören. Während im Jahr 2016 80 gezählt wurden, sind es nun nur noch 20. Damit reduziert sich auch die dunkle Materie. Laut den Forschern zeige dies, dass die Galaxie weder einzigartig noch überraschend sei - sondern ganz normal. 

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