Science
03.05.2018

Raumsonde InSight soll am Wochenende zum Mars starten

Die Raumsonde soll innerhalb von zwei Jahren mehr dazu herausfinden, wie der Mars und Felsplaneten generell entstanden sind.

Zwei Jahre Verspätung hat die Weltraummission InSight bereits zu verzeichnen. Eigentlich hätte die Raumsonde bereits im März 2016 starten sollen. Probleme mit einem Instrument führten jedoch dazu, dass das geeignete Zeitfenster verpasst wurde. Erst jetzt entspricht die Konstellation Erde-Mars wieder dem Flugplan. Am 5. Mai öffnet sich das neue Zeitfenster. Klappt der Start diesmal, soll die Sonde am 26. November am Mars landen, genauer gesagt in der flachen Region Elysium Planitia.

Spürbarer Schmetterling

Einmal angekommen, soll InSight zwei große Solarpaneele entfalten. Mittels integriertem, 2,4 Meter langem Greifarm sollen die zwei Hauptinstrumente am Marsboden abgesetzt werden. Eines dieser Instrumente nennt sich SEIS. Es ist ein besonders empfindlicher Seismograf, der kleinste Erschütterungen des Bodens messen kann. "Wenn ein Schmetterling ganz sanft auf diesem Seismometer aufsetzen würde, könnten wir das registrieren", meint InSight-Programmleiter Tom Hoffmann gegenüber Wired. Im echten Betrieb soll das Instrument Erdstöße, Meteoriteneinschläge oder vulkanische Aktivität erkennen.

Temperatur im Bohrloch

Das zweite Hauptinstrument nennt sich HP3. Dabei handelt es sich um eine Art überdimensionalen Nagel, der sich selbst bis zu fünf Meter in den Marsboden hämmert. Das Eingraben wird mehrere Wochen dauern. Währenddessen werden immer wieder Pausen eingelegt, um die Temperatur in unterschiedlichen Tiefen genau zu messen. Forscher erwarten sich dadurch Aufschlüsse darüber, ob der Mars in seinem Inneren - ähnlich wie die Erde - aufgeheizt ist. Winzige Kommunikationsverzögerungen zwischen InSight und der Erde werden unterdessen Schwankungen in der Achsrotation des Mars aufzeigen und somit weitere Hinweise auf den inneren Aufbau des Planeten liefern.

Blick in die Vergangenheit

Alle gesammelten Daten sollten Forschern dabei helfen, besser zu verstehen, wie Gesteinsplaneten im Allgemeinen geformt werden. Auf der Erde kann man Messungen wie jene von InSight nicht vornehmen, da die Plattentektonik die Erdkruste ständig erneuert. Am Mars könnte man Daten aus wesentlich früheren Zeitaltern erhalten.

Wall-E fliegt mit

InSight wird außerdem zwei weitere kleine Raumsonden zum Mars mitnehmen. Wall-E und Eva, wie sie genannt werden, sind kleine Cubesats und die ersten ihrer Art, die fern der Erde arbeiten werden. Sie sollen den Abstieg von InSight in die Mars-Atmosphäre dokumentieren. An der InSight-Mission ist sowohl die NASA beteiligt, als auch die Weltraumorganisationen von Frankreich und Deutschland. Frankreich steuert SEIS bei, Deutschland HP3, berichtet Space.com. Von der Erde abheben soll InSight am Samstag, 5.5.2018, um 13:05 mitteleuropäischer Zeit, an Bord einer ULA Atlas-V-Rakete von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien.