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© NASA

Science
07/14/2020

Riesige “Mauer” aus Galaxien im Weltall entdeckt

Galaxien bilden im All Kolosse. In unserer Nähe wurde ein solches Konstrukt entdeckt, das 1,37 Milliarden Lichtjahre groß ist.

Das Universum ist nicht nur eine zufällige Anordnung von Galaxien, sondern hat auch Strukturen. Forscher haben nun einen Galaxien-Koloss entdeckt, der durch die Schwerkraft gebunden ist. Er wurde auf den Namen „South Pole Wall“ (Südpol-Mauer) getauft. Dieser Koloss reicht von einem bis zum anderen Ende 1,37 Milliarden Lichtjahre weit.

Nur 500 Millionen Lichtjahre entfernt

Damit ist die „South Pole Wall“ nicht die größte Mauer im Universum. Die Hercules-Corona Borealis Great Wall umfasst 9,7 Milliarden Lichtjahre. Aber die South Pole Wall ist etwas ganz Besonderes, wie Sciencealert schreibt, weil sie quasi in unserer Nachbarschaft liegt. Sie ist nur 500 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt.

Doch warum wurde der Galaxien-Koloss dann nicht schon früher entdeckt? Das liegt daran, dass sie hinter der sogenannten Vermeidungszone (Zone of Avoidance) liegt. Unsere Galaxie, die Milchstraße, ist eine Scheibe, voll mit Sternen, Gas und Staub. Einige Himmelsobjekte verschwinden aus unserer Perspektive hinter dieser dicken Schicht.

Kombinierte Daten

Dass die Mauer jetzt gefunden wurde, liegt daran, wie sich Galaxien bewegen. Ein Forscherteam der Paris-Saclay Universität verwendete eine Datenbank namens Cosmicflows-3, die die Distanzen von 18.000 Galaxien berechnen kann. Diese wurde mit den Daten anderer Wissenschaftler kombiniert, die die Geschwindigkeit von Galaxien anhand ihrer relativen Bewegung zur Ausbreitung des Universums berechnen.

Mit diesen Daten konnten die Bewegungen der Galaxien zueinander berechnet werden. Algorithmen halfen schließlich die Größe der South Pole Wall in drei Dimensionen zu bestimmen, auch hinter der Zone of Avoidance. Allerdings könnte die Mauer tatsächlich noch größer sein, als derzeit angenommen wird, da wir eben nicht das gesamte Konstrukt sehen können.

Forscher hoffen mit diesen Erkenntnissen mehr über die Ausdehnung des Universums zu erfahren. Auch könnte es dabei helfen, mehr zur Entstehung von Laniakea zu erfahren, dem Galaxienhaufen, in dem unsere Milchstraße liegt.