© Steven Burrows/JILA

Science
07/13/2020

Unentdeckter Planet im Sonnensystem: Das spricht gegen die Theorie

Dass sich am Rand des Sonnensystems der bisher unentdeckte Planet Neun befindet, zieht eine Studie von US-Astronomen in Zweifel.

Warum sich Himmelskörper am äußersten Rand des Sonnensystems seltsam bewegen, stellt Astronomen vor Rätsel. Eine mögliche Erklärung dafür wäre ein bisher unentdeckter Planet, der sogenannte Planet Neun oder Planet X.

Astronomen zufolge könnte dessen Schwerkraft für die exzentrischen Umlaufbahnen der Himmelskörper sorgen. Zwei Astronomen glauben nun, eine andere Erklärung dafür gefunden zu haben, berichtet sciencealert.

Laut den Forschern Alexander Zderic und Ann-Marie Madigan von der University of Colorado Boulder hat die kollektive Schwerkraft der Himmelskörper selbst zu Instabilitäten geführt, die die Umlaufbahnen der Objekte über Millionen von Jahren verschoben hat. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen veröffentlichten sie in den Fachzeitschriften The Astronomical Journal und The Astronomical Journal Letters.

Simulationen des äußeren Sonnensystems

Für ihre Studie haben die beiden Astronomen  mithilfe eines Supercomputers Simulationen des äußeren Sonnensystems durchgeführt. Ihre Simulation deckte die Region zwischen 100 und 1.000 astronomischen Einheiten ab und berücksichtigte eine Vielzahl von Konfigurationen und eine Reihe von Massen. Den Ausgangspunkt bildeten geordnete Umlaufbahnen um die Sonne.

Bei der Zunahme von Masse in den Simulationen begannen die Objekte zu interagieren. Sie drückten sich ab und zogen sich gegenseitig an, schreiben die Forscher. Am Ende erzielte die Simulation ein Ergebnis, das den tatsächlichen Umlaufbahnen der Himmelskörper sehr ähnlich sei. Dazu seien aber Objekte nötig gewesen, die sich zu mehr als 20 Erdmassen summieren. Das sei zwar theoretisch möglich, aber nur schwer zu glauben, so die beiden Astronomen.

Um Gewissheit über die Vorgänge am Rand des Sonnensystems zu bekommen, werde man letztlich auf bessere Beobachtungsinstrumente warten müssen, so die Forscher.

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