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© APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI / BRENDAN SMIALOWSKI

Science

Trumps Umgang mit Corona war noch schlimmer als gedacht

Der Machtwechsel in Washington markiert in den USA auch eine Kehrtwende im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Die Präsidentschaft von Donald Trump war in Bezug auf Corona von unwissenschaftlichen Behauptungen, Fake News und gefährlichen Ratschlägen gekennzeichnet.

Wenige Tage nach der Amtsübernahme durch Joe Biden verraten die Berater aus Trumps Krisenstab, wie der frühere US-Präsident auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert hat.

Trump wollte nicht zuhören

In einem Interview mit der New York Times beschreibt der bekannte US-Virologe Anthony Fauci zahlreiche Szenen aus dem Weißen Haus. "Wir haben ihm Dinge gesagt wie: 'Das ist ein gefährlicher Ausbruch einer infektiösen Krankheit. Wenn wir nichts unternehmen wird sich die Krankheit schnell ausbreiten'. Er (Anm.: Trump) ist dann einfach aufgestanden und hat gesagt: 'Es wird schon vorübergehen, es ist irgendwie magisch, es wird schon wieder verschwinden'", so Fauci gegenüber der Zeitung.

Deborah Birx, die ehemalige Koordinatorin des Corona-Krisenstabs unter Trump meinte gegenüber dem Sender CBS: "Es gab im Weißen Hauses einige Personen, die fest davon überzeugt waren, dass das Coronavirus ein Hoax ist", so Birx. Vielen davon hätten geglaubt, dass der Hoax von den Demokraten ausgeht.

Trump hat gefälschte Grafiken präsentiert

Sie habe für Präsidenten Grafiken für Pressekonferenzen vorbereitet. Doch als Trump vor die Medienvertreter trat, präsentierte er Grafiken, die irgendjemand anderer erstellt hatte. "Ich weiß nicht wer es war. Aber irgendjemand im Weißen Haus hat alternative Daten aufbereitet und eigene Grafiken erstellt", erklärt Birx.

Trump hatte bekanntlich das Malaria-Medikament Hydroxychloroquin für Corona-Behandlungen empfohlen, obwohl der Arznei keine Wirkung bescheinigt wurde. "Es war nicht nur Hydroxychloroquin", sagte Fauci. Trump habe immer wieder Anrufe von Geschäftspartner erhalten, die ihm alle möglichen Medikamente im Einsatz gegen das Coronavirus empfohlen haben.

"Obwohl es keine Beweise gegeben hat, dass diese Medikamente helfen könnte, hat er die Meinung seiner Bekannten mit wissenschaftlichen Erkenntnissen gleichgesetzt", so Fauci, "Das war der Zeitpunkt, ab dem ich mir ernsthafte Sorgen gemacht habe."

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