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Design und Technik TU will Solarzellen auf Hüllen und Rucksäcken.

Foto: Hans Ringhofer
Ein von der TU Wien geleitetes EU-Projekt sucht neue Anwendungsmöglichkeiten für Photovoltaik. Solarzellen sollen künftig nicht nur auf Hausdächern, sondern auch auf textilen Stoffen und auf Geräten für die nötige Stromversorgung sorgen. Um Nischenmärkte zu erschließen, will man Technologie und Design miteinander verknüpfen.

„Photovoltaik-Zellen sehen heute fast immer gleich aus: Feste Platten aus Silizium, blauschillernd, mit parallelen weißen Linien. Mit diesen Solarzellen lassen sich allerdings nicht alle Kundenwünsche befriedigen“, sagt Nadja Adamovic vom Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme der TU Wien. In den nächsten drei Jahren wird Adamovic nun das von der EU geförderte Projekt „SolarDesign“ leiten, das eine Brücke zwischen technologischer Forschung, Architektur und Design bauen soll.

Nicht nur auf Hausdächern
Dabei sollen ganz konkrete Produkte entstehen – etwa Hüllen, die einen Tablet-PC aufladen, Solar-Radios, solarbetriebene Sensoren, die Waldbrände erkennen, oder auch Straßenlampen, die sich tagsüber aufladen und nachts leuchten. Außerdem sollen flexible, biegsame Solarzellen weiterentwickelt werden, die sich an gekrümmte Gebäudewände anschmiegen oder auf Textilien zum Einsatz kommen, sei es auf Rücksäcken oder Zeltplanen.Bei der technischen Umsetzung spielt das Tiroler Unternehmen „Sunplugged“ eine Rolle, das sich auf die Herstellung von Dünnschicht-Solarzellen spezialisiert hat, welche ähnlich textiler Stoffen nach Belieben zurechtgeschnitten werden können.

Um die jeweiligen Anforderungen optimal bedienen zu können – Solarzellen im Außenbereich müssen mit extremeren Temperaturen und Feuchtigkeitswerten zurechtkommen, in Innenräumen spielen oftmals schwache, diffuse Lichtverhältnisse eine Rolle – hilft die TU interessierten Designern an der technischen Umsetzung ihrer Pläne. Neben den klassischen kristallinen Solarzellen auf Siliziumbasis experimentiert das Projekt vor allem auch mit Dünnschichtzellen aus Kupfer, Indium, Gallium und Selen. Diese sind besonders leicht und biegsam und eignen sich daher auch für Textilien.

Elf Projektpartner aus ganz Europa
„Wir arbeiten immer wieder mit erfolgreichen Solarzellen-Herstellern zusammen. Dass wir nun allerdings auch noch die Creative Industries in so ein Forschungsprojekt hereinholen, ist etwas Besonderes, damit sind wir auch bei der EU auf große Aufmerksamkeit gestoßen“, sagt Adamovic. Insgesamt sind elf Forschungseinrichtungen und Firmenpartner an dem Projekt beteiligt – aus Österreich ist neben der TU Wien und der Photovoltaik-Firma Sunplugged auch RHP Technology mit dabei. Weitere Partner kommen aus Dänemark, Spanien, Deutschland, Italien und Frankreich.

(futurezone) Erstellt am 08.01.2013, 19:40

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