© Brain Navi

Science
08/25/2020

Verstörendes Video: Roboter nimmt Nasen-Abstrich

Um Corona-Tests effizienter durchzuführen, könnten künftig Roboter zum Einsatz kommen. Ein Arzt warnt vor Verletzungen.

von Martin Stepanek

PCR-Tests, bei denen Abstriche im Nasenraum oder im Rachen vorgenommen werden, gelten weiterhin als zuverlässigste Methode, um eine Corona-Infektion feststellen zu können. Die  unangenehme Prozedur, bei der etwa ein langes Wattestäbchen in die Nase geschoben wird, könnte künftig von einem Roboter automatisiert erledigt werden. Das taiwanesische Medtech-Start-up Brain Navi hat ein Modell vorgestellt, das die Aufgabe mit einem Greifarm durchführt.

Nichts für schwache Nerven

Dass ein ursprünglich für Operationen im Hirnbereich entwickelter Roboter in der Lage sein sollte, diese Funktion auszuführen, steht außer Frage. Das von Brain Navi veröffentlichte Video ist allerdings nichts für schwache Nerven. Es zeigt, wie der Roboterarm das lange Stäbchen in die Nase führt, während der Kopf der Testperson in einer Metallvorrichtung fixiert wird. Befindet sich das Stäbchen vollständig in der Nase dreht der Roboter dieses 10 Sekunden lang.

Der Roboter, der bereits eine klinische Studie in Taiwan hinter sich hat und nun auf eine Zulassung in Taiwan, aber auch den USA wartet, soll den Testprozess beschleunigen und medizinisches Personal freispielen. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass es keine Ansteckungsgefahr bei der Test-Abnahme gibt, da das notwendige Personal den Roboter auch von einem anderen Raum aus überwachen kann.

Alles automatisiert

Damit Personen nicht verletzt werden, scannt der Roboter zunächst das Gesicht und die Kopfform. Auf Basis dieser Informationen berechnet ein Algorithmus den Winkel, in dem das Stäbchen in die Nase eingeführt wird. Ist der Vorgang einmal ausgelöst, gibt es kein Zurück, da der Roboter über keinerlei Sensoren verfügt, die Widerstand in der Nase messen können. Testpersonen können aber jederzeit zurückweichen, wenn es allzu unangenehm wird, versichert die Firma.

Ärzte zeigen sich angesichts des automatisierten Prozesses allerdings skeptisch. Ein Nasenabstrich sei aufgrund der individuellen Beschaffenheit des Nasenraums ein delikates Unterfangen, bei dem man auf die Rückmeldung des Gegenübers etwa wegen Schmerzen angewiesen sei. "Im schlimmsten Fall könnte das Stäbchen eine Sinuswand durchbrechen und so durch das Auge oder Hirn geführt werden", warnt Andrew Lane vom Johns Hokins Sinus Center gegenüber The Verge vor schweren Verletzungen.

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