Das Goldene Brett wird für den größten pseudowissenschaftlichen Blödsinn des Jahres vergeben

© GWUP

Negativ-Auszeichnung
10/21/2015

Viren-Leugner Stefan Lanka gewinnt “Das Goldene Brett”

Der Preis für den größten pseudowissenschaftlichen Unfug des Jahres 2015 ist vergeben. Ein Biologe, der Infektionskrankheiten leugnet, holt sich den Sieg.

Am Mittwochabend war es soweit: Der Negativ-Preis “Das Goldene Brett” wurde zum fünften Mal verliehen. Als Gewinner ging in diesem Jahr der deutsche Biologe Stefan Lanka hervor. Er glaubt, dass Infektionskrankheiten wie AIDS, Ebola oder Masern nicht von Viren verursacht werden. In dieser Überzeugung lässt er sich weder von wissenschaftlichen Studien noch von Gerichtsurteilen erschüttern – dafür hat er laut der Jury das Goldene Brett 2015 “redlich verdient”. Dieses ist ein Preis für Personen oder Institutionen, die esoterische oder unwissenschaftliche Behauptungen verbreiten und sich in irgendeiner Form durch besondere Resistenz gegenüber wissenschaftlichen Fakten ausgezeichnet haben.

Vergeben wird das Goldene Brett von der GWUP (Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften), die sich für Wissenschaft und kritisches Denken einsetzt.

Impfgegner

Stefan Lanka ist in Deutschland auch ein bekannter Impfgegner. Außerdem steht laut GWUP der „Neuen Germanischen Medizin“ nahe – dabei handelt es sich um eine esoterisches Lehre, in der unter anderem auch die wissenschaftlich-medizinische Behandlung von Krebs abgelehnt wird.

Die Thesen, die Lanka im Internet, bei Vorträgen oder in Büchern wie „Der Masern-Betrug“ oder „Impfen und AIDS: Der Neue Holocaust“ vertritt, sind wissenschaftlich unhaltbar.

Bekannt wurde Lanka durch die Auslobung eines Preises von 100.000 Euro für den Beleg von Existenz und Größe von Masernviren mit wissenschaftlichen Methoden. Nach der Vorlage von wissenschaftlichen Publikationen durch einen Mediziner verweigerte Lanka die Zahlung und wurde schließlich von einem Gericht dazu verurteilt.

Neben Stefan Lanka waren diesmal auch die österreichische Politikerin Susanne Winter und der Wundermittel-Verkäufer Jim Humble als Finalisten nominiert.

Lebenswerk

An den deutschen Wunderheiler Matthias Rath ging der Preis für das Lebenswerk. Der Arzt und Wunderheiler vermarktet das Verfahren der sogenannten „Zellularmedizin“. Dabei werden hohe Dosen von Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Substanzen verabreicht – was Industrieländern, wo Vitaminmangelerscheinungen praktisch nicht vorkommen, allerdings keinen Nutzen bringt. Bisher konnte der Zellularmedizin in wissenschaftlichen Studien kein Nutzen bestätigt werden. Trotzdem wird Zellularmedizin verkauft, um schwere Erkrankungen wie AIDS oder Krebs zu bekämpfen.