Science
26.10.2018

Warum Richard Branson in den größten Unterwasser-Krater abtaucht

300 Meter breit und 125 Meter tief ist das "Great Blue Hole" vor der Küste des mittelamerikanischen Staates Belize.

Auf die Spuren des Unterwasserforschers und -filmemachers Jacques Cousteau begibt sich dessen Enkel Fabien Cousteau sowie der Virgin- und Virgin-Galactic-Gründer Richard Branson. Mit einem speziell gebauten U-Boot werden die beiden mehrere Tauchgänge auf den Grund des mysteriösen "Great Blue Hole" machen, das in seiner Gesamtheit noch relativ unerforscht ist. Durch die absolute Dunkelheit und die toxische Beschaffenheit der Umgebung am Meeresgrund waren Tauchgänge dorthin relativ selten und vor allem kurz bemessen.

Das soll sich im Dezember ändern. Dann will die U-Bootfirma Aquatica Submarines mit zwei U-Booten das gesamte tiefe Loch genauestens vermessen. Ein speziell entwickeltes Lichtsystem soll für die notwendige Ausleuchtung sorgen, um etwa auch bisher unentdeckte Lebewesen auf Film zu bannen. Neben modernen Kameras sind die U-Boote auch mit feinfühligen Sensoren und einem Sonar-System ausgestattet, mit dessen gesammelten Daten erstmals eine hochauflösende Karte des gesamten Unterwasser-Trichters hergestellt werden soll.

Richard Branson auf Unterwasser-Mission

Mit den Tauchgängen erfüllt sich Branson einen kleinen Traum. So hatte er bereits vor Jahren angekündigt, neben der Weltraumfirma Virgin Galactic auch eine Unterwasser-Firma namens Virgin Aquatic (später Virgin Oceanic) hochzuziehen. Nach Jahren der Entwicklung wurde das Projekt 2014 fürs erste aufs Eis gelegt. "Der Aufbau von Virgin Galactic war komplizierter und ressourcenintensiver als gedacht. Nun hat aber eine andere Firma - Aquatica Submarines - die Technologie erschaffen, mit der solche Abenteuer möglich sind", sagte Branson in einem Interview mit einem australischen Sender.

Abgesehen vom persönlichen Ehrgeiz, den Meeresgrund zu erkunden, tragen die prominenten Projektteilnehmer sicher auch dazu bei, um für die notwendige öffentliche Aufmerksamkeit zu sorgen. Das Hauptziel der Expedition ist allerdings wissenschaftlicher Natur. Neben der Vermessung des riesigen Unterwassertrichters sollen Proben aus der Tiefe auch wichtige Hinweise auf den Klimawandel geben. Darüber hinaus hoffen die Expeditionsleiter auch darauf, völlig neue Lebewesen in der toxischen, dunklen Umgebung aufzuspüren.