Start-ups
11.02.2019

Kolonisierung des Roten Planeten: Mars One ist bankrott

Das Start-up, das sich der Erschließung des Mars widmete, ist zahlungsunfähig.

Mars One Ventures, der kommerzielle Teil des Marskolonisierungsprojekts Mars One, ist von einem Schweizer Gericht für bankrott erklärt worden, wie Engadget berichtet. Der Entscheid wurde bereits im Jänner veröffentlicht, ist aber erst jetzt durch aufmerksame Reddit-Nutzer in den Medien aufgetaucht. Mars One wurde vom niederländischen Unternehmer Bas Lansdorp ins Leben gerufen, mit dem Ziel, eine Firma aufzubauen, die die Kolonisierung des Mars betreiben sollte.

Das Projekt war in zwei Unternehmen aufgeteilt, die nicht profitorientierte Mars One Foundation und die kommerzielle Mars One Ventures. Die in der Schweiz gelistete Mars One Ventures AG wurde am 15. Jänner von einem Basler Gericht für bankrott erklärt. Das Unternehmen war zu diesem Zeitpunkt mit 100 Millionen US-Dollar bewertet. Die in Großbritannien gelistete Zweigstelle Mars One Ventures PLC wird derzeit als auf Eis gelegt gelistet und hat weniger als 20.000 Pfund flüssiges Kapital zu Buche stehen.

Stiftung

Zum finanziellen Zustand des Non-Profit-Arms Mars One Foundation gibt es wenig Informationen. Die Stiftung finanziert sich durch Lizenzzahlungen durch die kommerzielle Mars One Ventures. Bas Lansdorp sagt gegenüber Engadget, dass die Stiftung noch im Geschäft sei, aber ohne frisches Investorengeld ihrer Tätigkeit nicht mehr nachkommen könne. Er arbeite an einer Lösung. Lansdorps Konzept hatte vorgesehen, die Kolonisierung des Mars durch Fernsehgelder zu finanzieren, indem der ganze Prozess als Realityshow übertragen werden sollte.

Mögliche Kolonisten wurden online gesucht, jeder Weltraumfan konnte sich bewerben. Aus dem Auswahlverfahren sind bereits einige Kurzdokumentationen entstanden, die an Fernsehstationen und Streamingdienste verkauft werden sollten. Die letzte Aussendung von Mars One stammt vom 18. Juli 2018. Damals wurde bekannt gegeben, dass Phoenix Enterprises bis zu 12 Millionen US-Dollar pro Jahr investieren wolle. Mit dem Geld hätten die Lizenzzahlungen an die Stiftung, eine Neulistung an der Frankfurter Börse und der weitere Betrieb des Kolonistenauswahlverfahrens finanziert werden sollen.

Das Konzept von Mars One war von Beginn an heftig kritisiert worden. Einerseits wurde bezweifelt, dass die Erlöse aus dem Reality-TV-Business je die teuren Marsreisen finanzieren könne, andrerseits warfen MIT-Forscher dem Projekt vor, dass mögliche Kolonisten unter den gebotenen Voraussetzungen keine Überlebenschancen hätten.