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Start-ups
07/31/2019

Start-up baut für 5000 Euro Diesel-Fahrzeuge zum E-Auto um

Das französische Unternehmen Transition-One will populäre Dieselfahrzeuge für wenig Geld in Elektroautos verwandeln. 

In weniger als einem Tag will das französische Start-up Transition-One aus einem alten Auto mit Dieselmotor ein Elektroauto machen. Kosten soll das Ganze nicht mehr als 8500 Euro. In Frankreich würde ein solches "Retrofitting" nach Abzug der Fördermittel lediglich 5000 Euro kosten. 

Nach dem Umbau soll das Fahrzeug über entsprechende Akkus, Elektromotor und einen vernetzten Dashboard-Monitor verfügen. Transition-One könne laut eigenen Angaben Citroen C1, Peugeot 107, Fiat 500, Toyota Aygo, Renault Twingo II und den Volkswagen Polo in ein Elektroauto verwandeln.

Nach dem Umbau verbleibt der Ganghebel an seiner alten Stelle, auch das Getriebe wird weiterverwendet. Der Stecker zum Akkuladen wird passenderweise unter dem Tankdeckel verbaut. Der Tank verschwindet jedoch, an seine Stelle kommen zwei Akkus. Ein weiterer Akku befindet sich unter der Motorhaube. 

"Meine Zielgruppe sind Autofahrer, die sich ein neues Elektroauto um mehr als 20.000 Euro nicht leisten können", wird der Firmengründer Aymeric Libeau von Bloomberg zitiert. Um seine Technologie zu demonstrieren, hat Libeau einen Renault Twingo, Baujahr 2009, zum E-Auto mit 180 Kilometer Reichweite umgebaut. 

Die Batterie bezieht Transition-One offenbar von einem Händler, der Tesla-Ersatzteile verkauft. In dem Twingo-Prototypen wiegt der Akku lediglich 120 Kilogramm. Zum Vergleich: Im Elektroauto Renault Zoe wiegt der Akku 290 Kilogramm. Mit 210 Kilometer sei die Reichweite des 23.000 Euro teuren Zoe jedoch nur geringfügig größer, heißt es in dem Bericht. 

Technisch sei das "Retrofitting" kein Problem. Was dem Start-up aber noch Schwierigkeiten bereitet, sind rechtlichen Hürden. Gegen Ende des Jahres sollen die umgebauten E-Autos eine Zulassung erhalten, heißt es von dem jungen Unternehmen. Ab September wolle man Vorbestellungen annehmen. 

Experte: Umrüsten finanziell sinnlos

Markus Lienkamp von der Technischen Universität München bezweifelt jedoch die Sinnhaftigkeit des Projekts. "Technisch kann man einen Einkaufswagen in ein E-Auto umbauen. Die Frage ist: Macht das Sinn?", so Lienkamp gegenüber Bloomberg. "Mein Ratschlag wäre, den Verbrennungsmotor solange wie möglich zu fahren und dann ein Elektroauto zu kaufen." Das mache finanziell mehr Sinn.

Außerdem weist Lienkamp auf Risiken hin, die durch das "Retrofitting" entstehen. Neben Sicherheitsbedenken - wie sich die Konstruktion bei Unfällen verhält, ist unklar - könnten auch bei der elektrischen Verkabelung und den verbauten Akkus Probleme auftreten.