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Raumfahrttechnologie Graz wird zum Zentrum für Weltraum-Start-ups.

Symbolbild
Symbolbild - Foto: dapd
Die ESA hat ein Gründerzentrum in Graz eröffnet. Dort sollen Start-ups Weltraumtechnologie alltagstauglich machen und nach neuen Lösungen für die Raumfahrt suchen.

Das Start-up Dronerescue  hat ein neuartiges Rettungssystem für Drohnen entwickelt. Dabei aktivieren in den Fluggeräten angebrachte Sensoren einen steuerbaren Fallschirm wenn sie Probleme entdecken und sorgen dafür, dass die Drohne sicher landet. Das ermögliche neue Einsatzmöglichkeiten für Drohnen, sagt Gründer Andreas Ploier: Drohnen könnten solcherart abgesichert auch bald außerhalb der Sichtweite ihrer Piloten fliegen. Derzeit ist das in vielen Ländern der Welt gesetzlich untersagt.

Das junge Unternehmen aus Österreich könnte sein Rettungssystem schon bald in dem am Freitag eröffneten Gründungszentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Graz weiterentwickeln. Dort sollen in den nächsten fünf Jahren jährlich sechs Start-ups Zugang zu Forschungsinfrastruktur, Business-Coaching und Förderungen von bis zu 100.000 Euro erhalten. Vier weitere junge Unternehmen erhalten in einer Dependance in Wiener Neustadt Starthilfe für ihre Geschäftsideen.

Fünf Millionen Euro Investitionen

"Weltraumtechnologien verschwinden nicht im All, sie kommen auf die Erde zurück und werden hier zur Anwendung gebracht", sagt Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ), ob als Navigationsgeräte, in Form exakter Wettervorhersagen, oder als Rauchmelder in Wohnungen. Das Infrastrukturministerium, die Länder Steiermark und Niederösterreich und die Stadt Graz investieren in den nächsten fünf Jahren insgesamt fünf Millionen Euro in das Gründerzentrum der Weltraumagentur.

Insgesamt haben sich elf Start-ups für die Aufnahme in das Grazer ESA Business Incubation Center beworben. Darunter die Firma easE-Link, die ein automatisches konduktives Ladesystem für Elektrofahrzeuge entwickelt hat, und das Start-up Robotic Eyes, das fotorealistische 3D-Modelle wir Virtual-Reality-Anwendungen anbietet. Auf diese Art würden virtuelle Reisen möglich, erläuterte Gründer Wolfgang Walcher: "Jeder kann dann einmal am Eiffelturm oder auch auf dem Mondstehen." Die Bewerbungsfrist für die Aufnahme in das Gründerzentrum endete am Donnerstag. Im Dezember soll feststehen, welche Start-ups unterstützt werden.

"Wissen aus der Raumfahrt nutzen"

"Es geht darum, dass Wissen aus der Raumfahrt auch zu nutzen", sagt ESA-Generalsekretär Jan Wörner. Umgekehrt brauche man auch in der Raumfahrt neue Impulse und Lösungen. Offene Fragen gebe es genug, sagte der ESA-Generalsekretär. Steuerbare Fallschirme seien etwa eine Möglichkeit, um Raketen wieder sicher auf der Erde landen zu lassen.  Auch das Problem des im All umherschwirrenden Weltraumschrotts verlange nach einer Lösung.

Der an der TU Graz angesiedelte ESA-Inkubator ist eines von insgesamt 16 Gründerzentren, die die ESA in 13 europäischen Ländern unterhält. Über 400 Start-ups wurden bereits unterstützt, 130 sollen jährlich folgen. Die Raumfahrt habe sich mit dem Auftreten privater Unternehmen in den vergangenen Jahren verändert. Raumfahrtagenturen wie die ESA würden sich zunehmend als Ermöglicher neuer Lösungen verstehen. "Wir brauchen verrückte Ideen. Daraus sind oft genug praktische Anwendungen entstanden.", sagte Wörner.  

Weltraumnation Österreich

"Österreich ist eine Weltraumnation", sagte Infrastrukturminister Leichtfried. Über 100 heimische Betriebe mit mehr als tausend Beschäftigten seien im Weltraumsektor tätig. Das Infrastrukturministerium, das sich seit 2014 auch Weltraumministerium nennen darf, investiert jährlich 70 Millionen Euro in die Weltraumforschung und beteiligt sich an internationalen Raumfahrtprogrammen. Das ermögliche österreichischen Unternehmen an Raumfahrtprojekten mitzuarbeiten, führte Leichtfried aus: "Bei der Rosetta-Mission kommt ebenso wie bei Exomars auch österreichische Technologie zur Anwendung."

(futurezone) Erstellt am 11.11.2016, 14:07

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