Start-ups
21.02.2018

Wiener Start-up Robimo: Drohnen als Türöffner

Robimo baut Drohnen für Filmaufnahmen und hat sich mit 3D-Modellen und Bilderkennungslösungen weitere Standbeine geschaffen.

Begonnen hat alles mit einer Bachelorarbeit an der Universität Wien. Der Informatikstudent David Mirk überlegte sich vor mehr als zwei Jahren darin, wie es wäre, wenn man mit einer Drohne und einer Virtual-Reality-Brille weit entfernte touristische Sehenswürdigkeiten erkunden könnte. Mirks wissenschaftliche Arbeit fand nicht nur in internationalen Medien Erwähnung, sondern führte auch dazu, dass er gemeinsam mit dem Universitätsprofessor Helmut Hlavacs und seinem Kommilitonen Andreas Janecek das Start-up Robimo gründete.

Weil es die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht zulassen, wurde das virtuelle Tourismusprojekt zwar bis heute nicht umgesetzt. Funktionieren würde es aber einwandfrei, sagt Robimo-Mitgründer Janecek. Mittlerweile hat das Start-up drei Drohnen in unterschiedlichen Gewichtsklassen entwickelt, die auch von der Flugsicherheitsbehörde Austro Control zertifiziert sind. Sie kommen für Filmaufnahmen und in der Dokumentation und Werbung zum Einsatz. Daneben hat sich das junge Unternehmen mit Anwendungen im Bereich der 3D-Modellierung und der künstlichen Intelligenz weitere Standbeine geschaffen.

Bilderkennung und 3D-Modelle

"Wir können mit unseren Drohnen fliegen, Aufnahmen machen und visuelle Informationen sammeln", erzählt Janecek: "Als Informatiker können wir mit diesen Informationen sehr viel anfangen." Sie werden etwa mittels künstlicher Intelligenz und Bilderkennung ausgewertet oder kommen zur Erstellung von 3D-Modellen zum Einsatz.

Für das Magazin Bergwelten wurde so etwa das 3D-Modell eines Klettersteigs geschaffen, das etwa von Kindern virtuell durchwandert werden kann, bevor sie sich tatsächlich auf den Klettersteig begeben. Auch den großen Festsaal der Universität Wien hat Robimo mit einem 3D-Modell nachgebildet. Wenn er demnächst renoviert wird, sollen ihn Besucher mittels VR-Brille erkunden können, erzählt Janecek.

Projekte mit der Industrie

Mittlerweile zählt das Start-up neben den drei Gründern drei weitere Mitarbeiter. Seit Herbst arbeitet das Team im Wiener Start-up-Zentrum weXelerate mit großen Unternehmen zusammen. Projekte im Bereich der Digitalisierung von Arbeitsprozessen mit großen heimischen Unternehmen stehen laut Janecek kurz vor dem Abschluss.

Finanziert wird das Start-up zu hundert Prozent von den Gründern. Das soll laut Janecek auch so bleiben. "Wir suchen eher Entwicklungspartner als Investoren", sagt der Informatiker. Vorstellbar sei aber, dass man Produktideen ausgliedere und dafür Geldgeber mit an Bord nehme. Denkbar seien in diesem Zusammenhang etwa Virtual-Reality-Anwendungen oder eine Bilderkennungssoftware für Mobiltelefone. Generell wolle man künftig stärker auf skalierbare Produkte als auf Projekte setzen.

Man habe auch überlegt, die selbstentwickelten Drohnen im großen Stil zu produzieren und zu verkaufen. Der österreichische Markt sei aber relativ klein, international sei der Konkurrenzdruck wiederum sehr hoch. Darüber hinaus laufe man dann auch Gefahr, Konkurrenz für die eigenen Drohnendienstleistungen zu schaffen, meint Janecek. Mittlerweile habe man viel Erfahrung bei der Umsetzung von Flugprojekten: "Wir haben sehr gute Kontakte und wissen, wie man es taktisch angehen muss und wie viel Vorlaufzeit es braucht um eine Lizenz für Flüge zu bekommen."

Aufmerksamkeit mit Drohnen

Das Drohnengeschäft hilft dem Start-up aber auch dabei, in den anderen Geschäftsbereichen zu Aufträgen zu kommen. "Wenn man auf eine Messe fährt, sorgen Drohnen für Aufmerksamkeit. Sie signalisieren auch, dass wir nicht nur im Softwarebereich Kompetenzen haben, sondern auch von Hardware etwas verstehen."

Und die Drohne für den virtuellen Tourismus? Wurde versucht das Projekt wiederzubeleben? Es habe Gespräche mit großen Firmen gegeben, ähnliche Projekte im Veranstaltungsbereich umzusetzen. Dabei sei es darum gegangen, Besuchern von Events die Möglichkeit zu geben, sie virtuell auch aus anderen Perspektiven zu erleben. Wegen der rechtlichen Rahmenbedingungen sei dies aber nach wie vor schwierig. Bei Veranstaltungen über Personen zu fliegen, sei nicht erlaubt und bringe auch hohe Risiken mit sich, sagt Janecek: "Wenn mit einer 20 Kilogramm schweren Drohne etwas passiert, hat das Auswirkungen."